Zeitung Heute : Fernsehlandschaft: Nord-Süd-Gefälle bei Fernseh-Nutzung 2000

Joachim Huber

Dem Fernsehen sei Dank: Deutschland muss nicht länger nur nach Ost und West gespalten werden. Es geht auch Nord gegen Süd. Im Süden leben Deutschlands Fernsehmuffel. Die TV-Nutzung 2000 nach Ländern sortiert, läuft in Bayerns Haushalten das Gerät mit 164 Minuten pro Tag am kürzesten, wie die GfK-Fernsehforschung ermittelte. Hinter Bayern folgt Baden-Württemberg mit 175 Minuten. Ganz andere Zahlen im Norden: die Zuschauer in Mecklenburg-Vorpommern schalten 215 Minuten ein. Die Bremer konnten sich mit 209 Minuten ebenfalls in der Spitzengruppe platzieren.

Die Fans der Ost-West-Statistik kommen auch zu ihrem Recht. In Sachsen-Anhalt leben nämlich Deutschlands Fernseh-Fans Nummer eins: Die Zuschauer haben dort am meisten Zeit vor dem TV-Gerät verbracht - durchschnittlich fast vier Stunden (228 Minuten) pro Tag. Berlin erreicht Platz zwei mit 215 Minuten. Dahinter rangieren Thüringen (212) und Brandenburg (210).

Insgesamt war auch 2000 die Nutzung im Osten wieder deutlich stärker als im Westen. Der Fernsehkonsum in den neuen Bundesländern stieg auf 211 Minuten (1999: 207 Minuten), im Westen legte er auf 185 Minuten (1999: 179 Minuten) zu. Für Deutschland errechnet sich damit ein Gesamtwert von 190 Minuten (1999: 185 Minuten). Ehe die Ostler allein zu "Dauer-Glotzern" deklariert werden, hier eine Zahl aus Deutschland West: In Hamburg kletterte die Fernseh-Nutzung 2000 um geschlagene 24 Minuten auf 198 Minuten täglich. Das ist Rekord.

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