Zeitung Heute : Fest vereinbart

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Der offizielle Auftakt des israelisch-palästinensischen Konflikts war ein Brief. Am 2. November 1917 schrieb der britische Außenminister Lord Balfour, Großbritannien setze sich dafür ein, eine „nationale Heimstätte" für Juden in Palästina zu schaffen. Die Provinz Palästina kam 1920 unter britische Verwaltung, der jüdische Bevölkerungsanteil wuchs. Nach schweren Unruhen änderte London 1939 seinen Kurs. Die Briten wollten die jüdische Einwanderung stark beschränken und schlugen die Gründung eines palästinensischen Staates innerhalb der nächsten zehn Jahre vor. Doch die palästinensische Seite lehnte ab.

Nach dem 2. Weltkrieg beschloss die UN-Generalversammlung 1947, das Land in einen jüdischen und palästinensischen Staat zu teilen. Die arabische Seite lehnte ab, es kam zum Krieg, den Israel gewann. Als Ergebnis konnte Israel das von der UN zugesprochene Gebiet um ein Drittel vergrößern. Die Gründung eines palästinensischen Staaten kam nicht zustande. Stattdessen fielen der Gazastreifen an Ägypten und die Westbank an Jordanien.

Israel eroberte im Krieg von 1967 die palästinensischen Gebiete. Die Charta der neugegründeten PLO definierte als Ziel der Organisation „die Befreiung ganz Palästinas“. Im gleichen Jahr forderte die UN-Resolution 242 den Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten im Gegenzug für die Anerkennung des Existenzrechts Israels durch die arabischen Staaten. 1988 ließ der jordanische König Hussein alle Ambitionen Jordaniens auf palästinensischen Boden fallen. Arafat rief in Tunis den palästinensischen Staat aus, der jedoch international nicht anerkannt wurde.

Erst der Oslo-Friedensprozess schuf Eckpunkte fest für eine endgültige Friedensregelung, an deren Ende neben Israel auch ein palästinensischer Staat entstehen sollte. Die PLO verpflichtete sich, die Existenz Israels anzuerkennen, was auch geschah. In der UN-Resolution 1397 im März 2001 erkannten die UN dann erstmals neben dem Existenzrecht Israels auch das Recht der Palästinenser auf einen Staat an. M.G.

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