FESTIVAL Musikfest Berlin : Bruckner auf Britisch

Daniel Wixforth

Der Glaube an Gott ist seit jeher für viele Komponisten ein zentrales Motiv beim Schreiben von Musik. Mit Anton Bruckner, Olivier Messiaen und Karlheinz Stockhausen stellt das diesjährige Musikfest Berlin vom 4. bis zum 21. September drei von ihnen in den Mittelpunkt, die neben der religiösen Verwurzelung vor allem ihr ausgeprägter Sinn für musikalische Proportion eint.

Schon in der ersten Woche präsentiert das Festival ein hochkarätiges Programm mit Ensembles aus sechs Ländern. Nachdem das Theatre of Voices am 4. September Stockhausens Vokalwerk „Stimmung“ in der St. Johannes-Evangelist-Kirche in Mitte aufführt, stehen bis zum 10. September tägliche Konzerte in der Philharmonie auf dem Spielplan. Hier werden jeweils Werke Messiaens mit der Musik unterschiedlicher Komponisten von Anton Bruckner bis Peter Eötvös (der am 6. September die Göteborger Symphoniker auch selbst dirigiert) kombiniert. Ein Höhepunkt dieser Woche ist das Gastspiel des London Symphony Orchestra (Foto) am 7. September. Unter der Leitung von Daniel Harding spielt das Orchester Pierre Boulez’ „Livre pour Cordes“, Messiaens „Poèmes pour Mi“ (mit der wunderbaren Sopranistin Sally Matthews) und Bruckners Symphonie Nr. 4 in der selten aufgeführten Erstfassung. Harding, der als Assistent von Simon Rattle in Birmingham und von Claudio Abbado in Berlin die große Entdeckung war, ist seit zwei Jahren erster Gastdirigent des Londoner Orchesters. Wer das Musikfest live erleben möchte, muss sich beeilen: Für viele Konzerte sind nur noch wenige Tickets erhältlich. Daniel Wixforth



St. Johannes-Evangelist-Kirche, Do 4.9., 20 Uhr, ab 12€; Philharmonie, Fr-Mi 5.-10.9, 20 Uhr, ab 10 €

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