FESTIVAL18. Potsdamer Tanztage : Tanz berührt die Stadt

Antje Horn-Conrad

Die Tanztage hatten bereits begonnen, bevor auch nur eine der internationalen Compagnien angereist war. Protagonisten des Berliner Künstlernetzwerks „Good Work“ gingen vor Wochen schon in Potsdam auf Stimmenfang. Sie baten Passanten, spontane Assoziationen und Gedanken zu „The Stumbling Block“, einer Arbeit des kanadischen Fotokünstlers Jeff Wall, zu äußern. Das Bild zeigt eine großstädtische Straßenszene, in der eine Frau über einen auf dem Gehweg liegenden Mann stolpert.

Die verschiedenen Meinungen – Ausdruck sozial geprägter Wahrnehmung und individueller Sichtweisen – haben die professionellen Tänzer gemeinsam mit Potsdamer Laien zur Bühnenperformance „Still Lives“ verarbeitet, die nun bei den 18. Internationalen Tanztagen gezeigt wird. Nicht nur in diesem Stück „berührt der Tanz die Stadt“, wie es die gastgebende Fabrik für das diesjährige Festival des Zeitgenössischen Tanzes beabsichtigt. In Publikumsgesprächen, Workshops, Konzerten und im Ballroom wird es wieder ausreichend Gelegenheit geben, mit den Künstlern in Kontakt zu kommen. So zum Beispiel mit Paco Dècina aus Paris, der in seinem Stück „Indigo“ austestet, wie Rhythmen und Frequenzen das „Unantastbare“ zu erkennen geben. Mit seinen kraftvoll poetischen Choreografien erforscht er den Tanz und dessen „Klangraum“, den Körper. Neben Compagnien aus Belgien, Frankreich und den USA zeigt auch die Potsdamer Gruppe Oxymoron (Foto) ihr neues Stück: In „Revolte“ setzen sich die jungen Tänzer mit Geschlechterrollen auseinander und thematisieren Liebe, Streit und Begegnung. Antje Horn-Conrad

Fabrik, bis So 25.5., 12/8/3 €, Festivalticket 38 €, erm. 28 €, Programm unter www.fabrikpotsdam.de

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