FESTIVALBerlin Independent Night : Was wollen wir hören?

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Nach einem langen Sommer voller Musikfestivals setzt spätestens mit den kürzer werdenden Tagen eine gewisse Müdigkeit ein: Jetzt will man sich endlich wieder auf das handelsübliche Konzertformat mit einer oder maximal zwei Vorbands und einem Hauptact konzentrieren und nicht mehr ganze Abende oder Wochenenden mit Rundumbeschallung verbringen. Gar nicht mehr? Okay, einer geht noch: Die Berlin Independent Night lockt mit einem abwechslungsreichen, interessanten Line-up zum Supersparpreis. Zwar liegen alle beteiligten Lokalitäten dankenswerterweise in Steinwurfweite rund um den Partyhotspot Schlesisches Tor, dennoch dürfte die rasante Abfolge der Programmpunkte auf Entscheidungsschwierigkeiten hinauslaufen.

So wird spätestens gegen 22 Uhr die Frage auftauchen, ob man sich eher den bilderstürmenden Postadoleszenzpunk von Turbostaat im Astra oder die hippen Patchworkpopper Cloud Control im Magnet anschauen soll. Das wiederum überlagert sich mit dem famosen Garagenrock der Handsome Furs im Lido. Grrmbl! Und auch zur Geisterstunde wird man schweren Herzens wählen müssen zwischen Casper (Foto), dem neuen Helden aller HipHop-Herzen, den schleswig-holsteinischen Screamo-Experten Escapado, dem doppelbödigen Dancefloorpop der Mediengruppe Telekommander und der charmanten Schwedin Miss Li mit ihrem existenzialistischen Rummelplatzfolk. Eventuell aufgestauten „Mist, das Beste habe ich wieder verpasst“-Frust kann man sich anschließend bis zum Morgengrauen abtanzen.Jörg Wunder

Astra Kulturhaus, Lido,

Magnet Club, Cassiopeia, Comet Club, Sa 24.9., 20 Uhr, 20 €

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