FESTIVALClub Transmediale : Da raucht die Platine

Alexandra Distler

Das erste Gefühl ist Überforderung. In etwa so, wie wenn einem eine Computerplatine in die Hand gedückt wird und man die einzelnen Verbindungen, Funktionen und Schaltpositionen zuordnen soll. Doch vielleicht trifft dieses Bild auch den Nagel auf den Kopf, denn schließlich ist wieder Transmediale-Time in Berlin. Und in dieser warten sowohl die Transmediale als auch ihr musikalischer Bruder, der Club Transmediale, wieder mit einem überbordenden Line-up auf. Während Erstere sich als internationales Festival mit zeitgenössischer Kunst und digitaler Kultur im Haus der Kulturen auseinandersetzt, bespielt der Club rund um den „Kotti“ so ziemlich alles, was sich da als Ort für experimentelle und unabhängige Musikkultur in den letzten Jahren einen Namen gemacht hat. Das HAU, Berghain und Maria am Ostbahnhof sind als Locations natürlich auch unumgänglich.

Den Anfang macht am Montag nicht bloß eine Opening-Veranstaltung, sondern gleich vier an vier verschiedenen Orten. Im HAU 1 und 2, im Festsaal Kreuzberg und im Monarch finden zeitlich versetzt Konzerte und DJ-Sets statt. Vom amerikanischen Synthesizer-Pionier Morton Subotnick über die DJs Marc Weiser und Officer, Officer bis hin zum „positively loud“- Motto im Festsaal Kreuzberg, dem der Sampledelic-Irre Jason Forrest, das New Yorker Pop-Noise-Duo Sleigh Bells (Foto) und DJ Niki Matita mehr als gerecht werden. Die Tage darauf geht es nonstop weiter mit Workshops, Symposien, Ausstellungen und Performances. So eine Platine ist dagegen Kinderkram. Alexandra Distler

Club Transmediale, 1.-6.2., diverse Veranstaltungsorte, CTM-Festival-Pass 80 €, CTM/Transmediale-Kombi-Pass 105/80 € , Konzerte/Clubnächte 11-24 €, Termine u. Infos: www.clubtransmediale.de

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