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Metaller, die auf Brüste starren

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"METALLER, DIE AUF BRÜSTE STARREN" (Festivaldoku, Deutschland 2011, Regie: Dmitry April, Thorsten Hänseler): Die Filmemacher mischen sich mit Camcorder und Mikro unter die Zuschauer des Heavy-Metal-Open-Airs in Wacken, um schonungslose Einblicke der anarchischen Sitten zu dokumentieren. Und natürlich finden sich unter 75.000 Besuchern genügend schräge Typen... Jörg Wunder meint im TICKET: "Ach Leute. Man muss doch nicht jeden Quatsch ins Kino bringen. Die Crew wollte offenbar in erster Linie eine gute Zeit mit kontinuierlichem Alkdurchfluss haben."
"METALLER, DIE AUF BRÜSTE STARREN" (Festivaldoku, Deutschland 2011, Regie: Dmitry April, Thorsten Hänseler): Die Filmemacher...Foto: OKBO

Ach Leute. Man muss doch nicht jeden Quatsch ins Kino bringen. Okay, die Idee zu „Metaller, die auf Brüste starren“ klingt gut: Die Filmemacher mischen sich mit Camcorder und Mikro unter die Zuschauer des Heavy-Metal- Open-Airs in Wacken, um schonungslose Einblicke der anarchischen Sitten zu dokumentieren. Und natürlich finden sich unter 75 000 Besuchern genügend schräge Typen wie ein Bierdosenzerbeißer, im Vollsuff lallende Spanier oder die allgegenwärtigen In-die-Büsche-Pisser. Mehr Erkenntnisgewinn bieten die verwackelten 91 Minuten aber nicht, denn die Crew wollte offenbar in erster Linie eine gute Zeit mit kontinuierlichem Alkdurchfluss haben. So bleibt der Verdacht, dass man sich hier an den Erfolg der großartigen Heavy- Metal-Dokus der letzten Jahre wie „Full Metal Village“ oder „Anvil! Die Geschichte einer Freundschaft“ ranschmeißen will. Zum Abgewöhnen.Jörg Wunder

D 2011, 91 Min., R: Dmitry April, Thorsten Hänseler

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