Zeitung Heute : Finaltag ist auch Zahltag

PARIS (sid).Am Finaltag ist Zahltag: Allein die beiden Endspielteilnehmer Brasilien und Gastgeber Frankreich kassieren umgerechnet jeweils rund 9,25 Millionen Mark für ihre Auftritte bei der Fußball-WM.Selbst Europameister Deutschland, im Viertelfinale gegen Kroatien ausgeschieden, strich noch 6,9 Millionen Mark ein.Jedes Teilnehmerland erhielt für seinen logistischen Aufwand eine "Antrittsprämie" vom Internationalen Fußball-Verband (FIFA) in Höhe von umgerechnet 900 000 Mark.Dazu kamen pro absolvierter Partie jeweils 1,2 Millionen Mark.

Doch die größte, teuerste und gewinnbringenste WM aller Zeiten macht sich nicht nur für die 32 Teilnehmer bezahlt.Die "Mondial 98" füllte auch die Taschen von Städten, Versicherern, Vermarktern, unzähligen fliegenden Händlern und natürlich die der FIFA.Insgesamt wird das gesamte WM-Spektakel einen Umsatz von 3,5 Milliarden Mark erbracht haben.Etwa 1,4 Milliarden Mark wurden alleine vom Organisationskomitee (CFO) eingenommen.Der Verkauf der Eintrittskarten für die 64 Endrundenspiele in den zehn französichen Austragunsorten brachte dem CFO 330 Millionen Mark.

Von dieser Rekordsumme flossen rund 300 Millionen Mark aus der Vermarktung der Fernsehrechte in die Kassen der FIFA.Für diese Summe sind die Fernsehrechte in Zukunft aber nicht mehr zu haben: So mußte die Kirch/Sporis-Gruppe für die WM im Jahre 2002 in Japan und Südkorea umgerechnet rund 1,56 Milliarden Mark an die FIFA überweisen.Die Rechte für die Weltmeisterschaften 1990 in Italien, 1994 in den USA und 1998 in Frankreich hatte die FIFA vor elf Jahren noch im Paket für umgerechnet 408 Millionen Mark verkauft.

Die Merchandisingumsätze werden weltweit auf 2,6 Milliarden Mark geschätzt.Die FIFA hat freilich festgestellt, daß sie bei diesem Deal viel Geld verloren hat und deshalb den Vertrag mit ihrem Vermarkter ISL auf eine völlig neue Basis gestellt.Die sieht wie folgt aus: Die FIFA behält alle Rechte, erhält von der ISL eine Garantiesumme und die darüber hinaus erwirtschafteten Gewinne werden geteilt.

Kräftig zur Kasse gebeten wurden auch die Sponsoren.Zwölf offizielle WM-Sponsoren der FIFA zahlten jeweils rund 54 Millionen Mark an den Weltverband.Im Gegenzug erhielten sie 180 000 Karten.Auch das französische Organisationskomitee (CFO) verdient gut: Acht nationale Hauptsponsoren, die das Logo von "France 98" in der "Grande Nation" vermarkten durften, zahlen jeweils 20 Millionen Mark.Dazu kommen noch Gelder von weiteren 33 Sponsoren, um die Kosten der WM zu 50 Prozent zu finanzieren.Die anderen 50 Prozent stammen aus dem Ticketverkauf.

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