Zeitung Heute : Firmengründung: Lohnkosten können zur Falle werden

Mario Baginski

Um Ideen umzusetzen benötigen Startups zusätzlich Personal, weil sie das Pensum entweder nicht allein bewältigen können oder Fachkräfte brauchen, welche die Fähigkeiten des oder der Gründer ergänzen.

Neben der Rekrutierung der "richtigen" Mitarbeiter, spielen die Lohnkosten eine wesentliche Rolle beim Management eines Startup-Unternehmens. Der monatliche Bruttolohn stellt allerdings nur einen Teil der gesamten Lohnkosten dar. Rund 20 Prozent beträgt der Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherungsbeiträgen wie Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Die Krankenkassen fungieren dabei als Einzugsstellen für die Sozialversicherungsbeiträge und sie sind auch der Ansprechpartner für alle wichtigen Vorgänge in diesem Zusammenhang. Darüber hinaus behält der Arbeitgeber vom Lohn des Arbeitnehmers die Lohnsteuer ein und muss sie an das Finanzamt abführen.

Diese Sachverhalte müssen in der Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung, insbesondere im Rahmen des Business-Plans, berücksichtigt werden. Die fristgerechte Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge und der einbehaltenen Lohnsteuer ist besonders wichtig, da andernfalls Kontopfändungen oder gar Insolvenzanträge durch Krankenkassen und Finanzämter das operative Geschäft und die Beziehung zur Hausbank unnötig erschweren. Mitarbeiter müssen auch bezahlt werden, wenn sie nicht arbeiten: bei Feiertagen, Urlaub und Krankheit. Alles in allem kann man noch einmal 30 Prozent auf den Bruttolohn draufschlagen. So erhöhen sich die Bruttolohnkosten insgesamt um über 50 Prozent. Der Gründer sollte daher abwägen, ob er nicht auf externe Dienstleiser zurückgreift.

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