Zeitung Heute : Fluch oder Segen der Stammzellforschung Eine Ringvorlesung verbindet die Geistes- und Naturwissenschaften

NAME

Biotechnologie: Keine andere Wissenschaftsdisziplin beherrscht derzeit so sehr die öffentliche Debatte. Den ungeahnten Perspektiven für neue lebenserhaltende Therapien auf der einen Seite steht die Horrorvision der Eugenik gegenüber. Ein dritter Weg scheint ausgeschlossen. Doch an welchen bioethischen Prinzipien sollen sich Wissenschaft und Gesellschaft in Zukunft orientieren? Dieser Frage widmet sich die hochkarätig besetzte Ringvorlesung „Bioethik und Biopolitik. Eine Folgenabschätzung der neuen Technologien“.

Die Vorlesungsreihe will einen kritischen Dialog zwischen Human- und Naturwissenschaften entfachen. Warum legen sich Menschen Ethiken zu, wie gebrauchen und formen sie diese nach ihrem Nutzen? Wie verbindet sich biologisches Wissen mit philosophischen Wertschätzungen? Lassen sich die beiden überhaupt miteinander verbinden?

Wissen und Werte

Die Referenten der Vorlesung - Vertreter der Natur-, Geistes- oder Sozialwissenschaften - „begegnen“ sich zwar immer wieder auf den Zeitungsseiten des Feuilletons, kaum aber in Diskussionsrunden. In dieser Ringvorlesung sollen sich immer zwei Referenten aus den Bereichen der Medizin, Biowissenschaften, Philosophie, Journalismus, Jura und Politik zum Thema streiten.

Unter anderem diskutieren miteinander: Bundesgesundheitsministerin a.D. Andrea Fischer, Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie inTübingen, der Bischof der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg und Mitglied des Nationalen Ethikrats Wolfgang Huber, Ex-Kulturstaatsminister und Göttinger Philosophie-Professor Julian Nida-Rümelin, der Mediziner Detlev Ganten (Vorsitzender des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin-Buch und Mitglied des Nationalen Ethikrats), Frank Schirrmacher (Herausgeber der Frankfurter AllgemeinenZeitung), der Klonforscher Rudolf Jaenisch vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge/USA und der Bioethiker Daniel Callahan vom New Yorker Hastings Center. Noch offen ist die Teilnahme des Zukunftsforschers und Umweltaktivisten Jeremy Rifkin aus Washington, der jedoch schon Interesse bekundet hat.

Die Ringvorlesung findet donnerstags zwischen 18 Uhr und 20 Uhr, in Ausnahmefällen auch freitags von 16 Uhr bis 18 Uhr statt. Die Vorlesungsreihe beginnt am 24. Oktober 2002. Ort der Vorlesungen ist der Hörsaal 1b an der FU Berlin in der Habelschwerdter Allee 45 in 14195 Berlin-Dahlem. Der Hörsaal ist zu erreichen über U-Bahnlinie U2, Bahnhof Thielplatz. Informationen erteilen Dr. Mirjam Schaub und Sascha Karberg unter Telefon: 030 / 7050 9660, E-Mail: schaub@zedat.fu-berlin.de oder karberg@jb-schnittstelle.de . Ilka Seer

Mehr im Internet unter:

www.netzeitung.de/bioethik

Die Ringvorlesung wird unter anderem vom InfoRadio ( www.inforadio.de ) und von der Netzeitung ( www.netzeitung.de ) unterstützt.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben