Zeitung Heute : Fluch und Regen

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Die Überschwemmungen in Asien sind so verheerend wie lange nicht mehr. Wie kam es dazu? Und warum ist der Monsunregen so heftig?

Mehr als 1000 Menschen sind in den Fluten umgekommen, Millionen obdachlos geworden: In den vergangenen Tagen ist Südasien von äußerst heftigen Regenfällen heimgesucht worden. Denn der Monsun, Fluch und Segen zugleich, ist in diesem Jahr in Indien und Bangladesch so stark wie lange nicht mehr. Jahr für Jahr setzt er Teile Asiens unter Wasser. Mit ihm beginnt aber auch eine vielerorts ersehnte Regenzeit nach langer Trockenheit. In Indien kann ein „schlechter“ Monsun die Versorgung der Bevölkerung etwa mit Hülsenfrüchten stark gefährden. Seine Intensität entscheidet über die Ernte und damit über Hungersnöte – auch in der nördlichen Sahelzone.

Zum Monsun kommt es, weil sich die Weltmeere im Sommer nicht so schnell und so stark erwärmen wie das Land. Über den Kontinenten, vor allem in Äquatornähe, steigt heiße Luft auf. Gleichzeitig wird Luft aus der Umgebung angesaugt. So strömt nach Indien und Bangladesch – in geringerem Maße auch nach Westafrika – vom Ozean her sehr viel feuchte Luft ein, die Regen bringt.

Wie heftig die Regenfälle in einem Jahr ausfallen, lässt sich dennoch nicht vorhersagen. Der Monsun in Indien etwa hängt von der Schneebedeckung des Himalaja im jeweiligen Jahr ab, aber auch von den Temperaturen des Indischen Ozeans. Letztlich ist er genauso unberechenbar wie das Sommerwetter bei uns. tdp

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