Zeitung Heute : Flug in die Freiheit

Der Tagesspiegel

Der majestätische braun-weiße Sacer-Falke schlägt kräftig mit den Flügeln. Der Berliner Greifvogelexperte Heinz-Jürgen Henning hat Mühe, das Tier, das etwa so groß wie ein Bussard ist, ruhig auf der Hand zu halten. Noch im November war der Vogel in einem erbärmlichen Zustand. Damals hatten ihn Zollbeamte auf dem Flughafen Tegel gemeinsam mit sieben weiteren geschmuggelten Exemplaren aus zwei engen Kisten befreit. Am Sonntag wurden fünf Tiere von Tegel aus zurück in die Mongolei geflogen. Dort sollen die gefährdeten Tiere mit Mikrochips markiert und wieder ausgewildert werden. „Ausgetrocknet, unterernährt und vom Stress hoch belastet“, so beschreibt Michael Lierz vom Institut für Geflügelkrankheiten der FU den Zustand der Tiere, als sie entdeckt wurden. Sie lagen in kleine Stofftüten gestopft, an den Füßen gefesselt, zu viert in kleinen Holzkisten. Unbekannte Schmuggler hatten sie in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator auf die Reise geschickt. Ziel: Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort, so vermutet Franz Böhmer vom Bundesamt für Naturschutz, sollten sie zur Jagd eingesetzt werden. Wahrscheinlich durch einen Verladefehler in Moskau gelangten die geschützten Exemplare nach Berlin. Zwei Vögel verendeten, ein Falke wird weiter in der Greifvogelstation des Forstamtes Grunewald gepflegt. Solch ein Fund „kommt „in Berlin nicht häufig vor“, sagte Christian Böhm vom Zoll. Meistens werden Souvenirs wie etwa Papageien, Schildkröten und Taschen aus Reptilienleder konfisziert. Die Zahlen seien rückläufig. Franz Böhmer vom Bundesamt für Naturschutz weiß, was bei Urlaubsschmugglern derzeit im Trend liegt: „Vogelspinnen“. dpa

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar