Zeitung Heute : Förderer und Widersacher

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Michele Besso. Mit seinem lebenslangen Freund diskutierte Einstein – auf ihrem Heimweg vom Patentamt – wissenschaftliche Probleme. Der Ingenieur stellte die richtigen Fragen und wurde so zum idealen Partner: „Einen besseren Resonanzboden hätte ich in ganz Europa nicht finden können“, meinte Einstein. Als er 1905 seine Schrift „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“ bei den „Annalen der Physik“ einreicht und damit die Spezielle Relativitätstheorie begründet, findet sich darin keine einzige Literaturangabe, lediglich eine Danksagung an Besso.

DER GEGNER

Philip Lenard. Dem deutschen Physiker sind herausragende Arbeiten zur modernen Festkörper- und Atomphysik zu verdanken, wofür er 1905 den Nobelpreis für Physik erhielt. Aber nach dem verlorenen ersten Weltkrieg machte sich der überzeugte Monarchist und Antisemit zum Wortführer einer „Arischen Physik“ und bekämpfte verstärkt die moderne Physik, insbesondere die Relativitätstheorie und die Person Albert Einsteins in heftigen polemischen Angriffen.

DER KOLLEGE

Max Planck . Der Begründer der Quantentheorie gilt als Entdecker und Förderer des jungen Einstein am Berner Patentamt. Er erkannte als Erster das Genie Einsteins und sorgte für die Verbreitung seiner Erkenntnisse unter den Kollegen. Die Berufung Einsteins an die Universität Berlin 1914 erfolgte unter dem Einfluss Plancks. Aus anfänglicher gegenseitiger Achtung erwuchs mit der Zeit eine innige Freundschaft, die hielt, obwohl sie in vielen physikalischen und politischen Fragen durchaus sehr unterschiedlicher Meinung waren. mis

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