Zeitung Heute : Forschungsstark und international

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Exzellenzprogramm stellen ihre Arbeitsgebiete vor

Rajika Roy, Graduierte an der Berlin School for Regenerative Therapies (BSRT)

Im indischen Bangalore habe ich meinen Master in Regenerativer Medizin gemacht und arbeite auf dem Gebiet der Regenerativen Therapie an der Graduiertenschule für Regenerative Therapien weiter. Ich forsche am Deutschen Herzzentrum Berlin über den Stammzelleneinsatz bei Herzkrankheiten, speziell bei der Erkrankung der linken Herzkammer. Bislang wird eine Blutpumpe eingesetzt, um die geschwächte Kammer zu unterstützen. Unsere Forschergruppe will versuchen, den Regenerationsprozess der Herzkammer anzuregen. An der BSRT gefällt mir besonders, dass der klinische Aspekt eine wichtige Rolle spielt: Erfolgversprechende Ergebnisse aus vorklinischer Forschung werden schnell in klinische Studien und Therapien umgesetzt. Meine Kollegen aus der Graduiertenschule kommen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen wie Chemie, Biotechnologie oder auch Ingenieurwissenschaften. Bei fachübergreifenden Fragen unterstützen wir uns gegenseitig.

Iris Därmann, Professorin für Geschichte der Kulturtheorien am Institut für

Kulturwissenschaft

Ich forsche im Exzellenzcluster „Topoi“ und bin mit Hartmut Böhme Sprecherin einer Forschergruppe, die sich mit der Untersuchung antiker Raumpraktiken und -techniken befasst. In meinem eigenen Forschungsprojekt geht es um den Oikos, das antike Haus als Wohnstätte und Wirtschaftsgefüge. Dabei interessiert mich, wie aus der in der Antike – und bis zu Adam Smith und Kant – verachteten Tätigkeit des sklavischen Dienstes ein Projekt werden konnte, das im Sinne der „Dienstleistungsgesellschaft“ die ganze Gesellschaft erfasst. Was hat zur kulturellen Umwertung von Dienen und Herrschen, zur Herausbildung eines Ethos des Dienens geführt? „Topoi“ bietet mir die einzigartige Gelegenheit, im engen interdisziplinären Austausch mit renommierten Altertumswissenschaftlern moderne Kulturtheorien für die Untersuchung antiker Raumphänomene fruchtbar zu machen.

Oliver Lenz, Wissenschaftler am

Institut für Biologie

Ich forsche im Rahmen des Exzellenzclusters „Unifying Concepts in Catalysis“ (UniCat). Mehr als 50 Arbeitsgruppen aus der Chemie, Physik, Biologie und den Ingenieurwissenschaften arbeiten hier an der Entwicklung von neuen Katalysatoren. Bei uns in der Mikrobiologie stehen die Hydrogenasen im Mittelpunkt, bei denen es sich um biologische Wasserstoff-Katalysatoren handelt. Ein zentrales Forschungsprojekt ist die Kopplung dieser Enzyme an den Photosyntheseapparat von Cyanobakterien. Mit dieser Strategie wollen wir in Zukunft aus Wasser und Lichtenergie Wasserstoff gewinnen. Wir beschäftigen uns auch damit, aus Wasserstoff mit Hilfe einer biologischen Brennstoffzelle Strom zu produzieren. Unsere Arbeit profitiert in besonderem Maße von der interdisziplinären Zusammenarbeit im Exzellenzcluster.

Barbora Moormann-Kimáková, Graduierte an der Berlin Graduate

School of Social Sciences (BGSS)

Ich komme aus der Slowakei, habe in Prag Politikwissenschaften und Slawistik studiert und interessiere mich insbesondere für die Balkanstaaten. In meiner Doktorarbeit an der Graduiertenschule für Sozialwissenschaften untersuche ich aus politisch-theoretischer Perspektive, wann welche Typen von Sprachenpolitik Konflikte in multinationalen Situationen, wie zum Beispiel Bosnien und Herzegowina, lösen helfen und wann sie neue Konflikte stiften können. Das Thema ist interdisziplinär, was gut zur Arbeitsweise der BGSS passt. Auch ein strukturiertes Programm der Doktorandenausbildung ist genau das Richtige für mich. Als Ausländerin individuell zu promovieren wäre bestimmt viel schwerer gewesen. Mit Unterstützung der BGSS habe ich mich schnell an der Humboldt-Universität eingelebt.

Aufgezeichnet von Ljiljana Nikolic; Fotos: Heike Zappe, Bernd Prusowski, privat

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