Zeitung Heute : FORTSETZUNG

Che: Guerilla

Martin Schwarz

Im zweiten Teil von Steven Soderberghs Che-Guevara-Porträt schrumpft die Leinwand. Statt Cinemascope (2,35:1) wählte der Regisseur nun das 1,85:1-Kinoformat. Dürfen wir hier eine Annäherung von Inhalt und Form vermuten? Denn für Che wird es bei seinem Vorhaben, nach Kuba nun auch in Bolivien die Revolution durchzuziehen, ganz schön eng. Hauptproblem: die fehlende Solidarität der einfachen Bevölkerung. Und so sieht man im Wesentlichen, wie Commandante und Co. durch den Dschungel robben, aber auf keinen grünen Zweig kommen. Das sieht authentisch aus, ist aber sturzlangweilig – da hilft auch der Auftritt von Franka Potente wenig. Wo „Che – Revolución“ noch mit seinen schwarzweißen Abstechern nach New York für visuelle Abwechslung sorgte, riecht es hier vor allem nach Schweiß. Zäh. Martin Schwarz

„Che: Guerilla“, USA/Spanien 2008, 131 Min., R: Steven Soderbergh, D: Benicio del Toro, Rodrigo Santoro, Franka Potente

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