Zeitung Heute : Fotografen gewinnen gegen den "Spiegel"

Bildaufnahmen dürfen nicht ohne ausdrückliche Genehmigung des Fotografen in den neuen Medien zweitverwertet werden.Mit diesem Grundsatzurteil gab der 3.Senat des Hamburger Oberlandesgerichtes (OLG), anders als das Landgericht Hamburg, jetzt in zweiter Instanz dem Verein der Fotojournalistinnen und Fotojournalisten, FreeLens, weitgehend Recht.Die erhobene Schadensersatzklage gegen den "Spiegel"-Verlag sei dem Grunde nach gerechtfertigt, urteilte das Gericht.Das OLG ist der Auffassung, daß das Recht zur Publikation von Fotos in der Zeitschrift "Spiegel" nicht zugleich das Recht beinhalte, diese Fotos auch auf CD-ROM zu übertragen.Die CD-ROM sei nicht nur eine neue Übermittlungstechnik, sondern eine neue, selbstständige Nutzungsart.Dem "Spiegel" wurde untersagt, künftig Aufnahmen von 64 Fotografen, die auf CD-ROMs der "Spiegel"-Jahrgänge 1989 bis 1993 ohne Genehmigung veröffentlicht worden sind, weiter zu verbreiten oder verbreiten zu lassen.

"Das Urteil ist ein deutliches Signal, vor allem an die boomende Multi-Media-Branche, die sich allzu gern an den Arbeiten der Kreativen kostenlos bedienen würde", sagt Christoph Engel, Vorsitzender von FreeLens.Ein "Spiegel"-Sprecher sagte, man prüfe die Möglichkeit, gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.Aus Sicht des Verlages verkenne das OLG, daß die CD-ROM das Printprodukt lediglich für archivarische Zwecke ersetze.



Die 1200 Mitglieder starke Fotojournalisten-Vereinigung FreeLens hatte Anfang 1997 den "Spiegel" im Auftrag einiger ihrer Mitglieder verklagt.Bislang weigerte sich der Verlag, die Fotografen für die zusätzliche Nutzung zu honorieren.

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