FOTOS VON ANDREAS FEININGER„New York in the Forties“ : Hymnen ans Hochhaus

Bernhard Schulz

Sohn eines berühmten Künstlers zu sein, ist immer eine Bürde – zudem, wenn der Sohn auch noch an derjenigen Lehranstalt studiert, an der sein Vater unterrichtet. Doch der Vater war Maler, und der Sohn wurde Fotograf: Andreas Feininger, ältester Sohn des Malers Lyonel Feininger, wurde 1906 in Paris geboren, studierte am Weimarer Bauhaus Kunsttischlerei, dann nahe Dessau Architektur – und wandte sich danach in Hamburg beruflich der Fotografie zu, die bis dahin nur ein Steckenpferd gewesen war. Seine große Zeit begann, als er 1939 Europa verließ und in New York Fuß fasste, der zweiten Station seines Exils. Er hatte das Glück, durch die Herkunft seines Vaters amerikanischer Staatsbürger zu sein. Doch der Anfang war so mühsam wie für jeden Neuankömmling. Um so kometenhafter gelang ihm der Aufstieg zu einem der führenden Reportagefotografen.

„Sein“ New York der vierziger und fünfziger Jahre, das er ab 1943 in fester Anstellung für das millionenfach verbreitete Magazin „Life“ aufnahm, prägte das Bild dieser Metropole, das er mit spürbarer Sympathie formte. Daneben war Feininger ein Tüftler, der eigene Kameraobjektive entwickelte, um jene unvergleichlichen Abstufungen bei enormer Tiefenschärfe auf seine Schwarz- Weiß-Fotos zu zaubern, die seine Architekturaufnahmen zu Hymnen an das himmelwärts strebende New York machen. Später schrieb er Lehrbücher der Fotografie, die er zugleich als Schule des Sehens verstand. Die New- York-Bilder aus einer Zeit, da die Stadt das Traumziel des kriegsverwüsteten Europa war, werden jetzt im Bauhaus-Archiv gezeigt. Bernhard Schulz

Bauhaus-Archiv, Mi 18.2. bis Mo 18.5., Mi-Mo 10-17 Uhr, Sa-Mo 7 €, erm. 4 €, Mi-Fr 6 €, erm. 3 €

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