Zeitung Heute : FRANKREICH REAGIERT UMGEHEND UND HART AUF DIE AUSSCHREITUNGEN: Sechs Hooligans zu Gefängnisstrafen verurteilt

PARIS .Frankreich hat mit Schnell-Urteilen und Ausweisungen umgehend und hart auf die Ausschreitungen bei der WM reagiert.Bereits einen Tag nach den schweren Krawallen in Marseille wurden die ersten englischen Hooligans zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt.Fünf Briten und ein Tunesier wurden am Dienstag ausgewiesen.In Paris waren am Dienstag noch sechs Deutsche nach Ausschreitungen beim Spiel Deutschland - USA in Gewahrsam.Die Vorfälle beim Prinzenparkstadion am Montag abend wurden von der Polizei als "geringfügig" eingeschätzt.

Für die weiteren Spiele der englischen Mannschaft am 22.Juni in Toulouse gegen Rumänien und am 26.Juni in Lens gegen Kolumbien haben die Behörden bereits mehr Polizeikräfte angefordert.Schon seit Montag hatte sich die Polizei für die Ankunft der Briten gerüstet.Die Sperrstunde für Gaststätten wurde auf 23 Uhr vorgezogen und ein für Sonntag geplantes Musikfestival vorerst abgesagt.In Bordeaux wurden im Vorfeld des Spieles Schottland - Norwegen am Dienstag etwa 50 Personen festgenommen.Der Gruppe aus Glasgow, die über Spanien einreisen wollte, sollen polizeibekannte Hooligans angehören.

Die schweren Ausschreitungen von Marseille sind am Dienstag einhellig verurteilt worden.Eine Disqualifizierung Englands werde aber nicht erwogen, sagte Keith Cooper, der Pressechef des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA)."Der englische Verband ist nicht verantwortlich für die Vorkommnisse in Marseille", sagte Cooper.

Am Dienstag vormittag befanden sich in Marseille noch 25 mutmaßliche Randalierer in Gewahrsam.Am Vorabend hatte das Landgericht in Schnellverfahren die ersten drei Urteile gefällt: Zwei Briten erhielten drei und einer zwei Monate Haft ohne Bewährung.Außerdem wurde ihnen der Aufenthalt in Frankreich verboten.Auch die sechs Personen, die umgehend ausgewiesen wurden, sollen sich an den Gewalttätigkeiten in Marseille beteiligt haben.

Die schnelle Beendigung der Zwischenfälle in Paris ist nach Auffassung des DFB-Sicherheitsbeauftragten Wilhelm Hennes ein Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen französischen Behörden, deutscher Polizei und DFB: "Wir hatten die Polizei gewarnt und über typisches Hooligan-Verhalten aufgeklärt", sagte Hennes.Vor dem Stadion hatten rund 300 Personen ohne Karten versucht, eine Absperrung zu durchbrechen.Sie warfen dabei mit Steinen und Flaschen.

Auch Fernsehreporter sind Opfer von Schlägern geworden.Ein Mitarbeiter des Deutschen Sport-Fernsehens (DSF) hatte versucht, einen Schwarzmarkt-Handel zu filmen.Als das Geschäft nicht zustandekam und der Anbieter das Ticket zerriß, kam es zu einer Schlägerei.Der DFB warnte in diesem Zusammenhang erneut davor, ohne Eintrittskarte zum zweiten deutschen Vorrundenspiel gegen Jugoslawien am Sonntag in Lens anzureisen."Es hat keinen Zweck.Das hat die Erfahrung von Paris gezeigt", sagte DFB-Pressechef Wolfgang Niersbach.

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