Zeitung Heute : Frankreich verliert Toprating

Deutschland behält seine Bestnote.

Berlin/Paris - Im Sog der Schuldenkrise büßt Frankreich seine Top-Bonitätsnote ein. Die mächtige US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) habe die Pariser Regierung über die Senkung der AAA-Note um eine Stufe informiert, erklärte der französische Finanzminister François Baroin am Freitagabend. Nach dem Börsenschluss in den USA teilte S&P anschließend mit, dass Frankreichs Kreditwürdigkeit anstatt mit der Bestnote AAA nur noch mit AA+ bewertet werde. Zuvor hatte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy im Elysée-Palast eine Krisensitzung einberufen. Deutschland behielt indes sein Spitzenrating von AAA, sogar mit stabilem Ausblick. Neben Deutschland behalten die Niederlande, Luxemburg und Finnland die Spitzennote.

Zugleich setzte die Agentur auch Österreich auf die zweitbeste Note AA+ herab. Die Bonität von Italien, Spanien, Portugal und Zypern ging gleich um zwei Stufen in den Keller. Malta, die Slowakei und Slowenien büßten eine Stufe ein. Für die betroffenen Länder kann sich die schlechtere Bewertung in höheren Zinsen niederschlagen. Die Märkte hatten zuvor nervös auf die Rating-Spekulationen reagiert.

Mit Blick auf die Herabstufung Frankreichs sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dem Fernsehsender RTL, es habe Andeutungen dieser Art von den Ratingagenturen schon gegeben. „Wir haben uns in den letzten Monaten darüber verständigt, dass man die Ratingagenturen in ihrer Beurteilung nicht überschätzen soll“, fügte er hinzu. Auf die Frage, ob die Abwertung auch Auswirkungen auf Deutschland haben könnte, sagte Schäuble am Rande der CDU-Vorstandsklausur in Kiel: „Ich glaube, dass wir insgesamt ja alle eng miteinander zusammenhängen. Und deswegen lässt uns das alles nicht gleichgültig. Aber wir sind miteinander auf einem guten Weg.“ Die EU-Kommission bedaure die Herabstufungen durch Standard & Poor’s zu einem Zeitpunkt, an dem die Euro-Zone an „allen Fronten entschieden handle, um auf die Krise zu antworten“, erklärte EU-Währungskommissar Olli Rehn. rtr/dpa

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