Zeitung Heute : Freie Journalisten auf Honorartalfahrt

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Freie Journalisten, üblicherweise nicht unbedingt auf den Mund gefallen, verhalten sich bei Honorarverhandlungen bisweilen eher kleinlaut und müssen sich dann oft mit geringeren Zeilensätzen als notwendig bescheiden. Das ist eins der Ergebnisse der Honorarumfrage 1998 / 99 der Arbeitsgruppe Freie Medien in der Tarifkommission und des FreienReferats der IG Medien. Nach der Auswertung, in die erstmals auch die Daten von Pauschalisten einfloss, und die ständig aktualisiert unter www.OnForTe.de/Freie/honorar.htm abrufbar ist, gibt es gravierende Honorarunterschiede nicht nur innerhalb der Branche, sondern auch innerhalb der einzelnen Redaktionen. Darüber hinaus heißt es unter der Headline "Schere zwischen Freien und Festen klafft auseinander", dass nur 17 Prozent der Freien, die für Printmedien arbeiten, mehr als 50 000 Mark zu versteuerndes Jahreseinkommen erreichen. 1994/95 waren es noch 46 Prozent.

Der durchschnittliche Stundenlohn für männliche Pauschalisten liegt bei 36,50 Mark pro Stunde, ihre weiblichen Mitstreiter kommen auf immerhin 38.03 Mark. Als Durchschnittswert für das Monatsbruttoeinkommen errechneten die Statistiker der IG Medien einen Wert von 3600 Mark. Dass sich die Schere zwischen Freien und Festangestellten zunehmend öffnet, ergab sich aus der Gegenüberstellung der Honorar- beziehungsweise Gehaltszahlen in den Jahren 1995 bis 1998. Während die Gehälter um durchschnittlich zwei bis drei Prozent erhöht wurden, stagnierte das Einkommen bei den Freien. Und das, obwohl nur 80 Prozent der befragten Freien eine 40-Stunden-Woche praktizieren. Immer mehr Freie kompensieren geringere Einnahmen durch verstärkten zeitlichen Einsatz.

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