Zeitung Heute : Freie Plätze in Berlin

2010 wurden rund 15 000 neue Azubis eingestellt

Betrieb, Berufsfachschule oder Berufsakademie – wer heute eine Ausbildung beginnt, hat verschiedene Möglichkeiten.

Der Klassiker ist dabei nach wie vor am beliebtesten: die duale Ausbildung, also die Kombination von betrieblicher Lehre und Besuch der Berufsschule. Etwa zwei Drittel aller Jugendlichen in Deutschland steigen auf diesem Weg ins Berufsleben ein. „2010 waren in Berlin rund 15 000 Ausbildungsplätze in Industrie, Handel, Handwerk und den freien Berufen neu zu besetzen“, sagt Christoph von Knobelsdorff, Geschäftsführer bei der IHK Berlin für den Bereich Aus- und Weiterbildung. Hinzu kamen rund 1400 geförderte Ausbildungsplätze – etwa für benachteiligte Jugendliche – sowie rund 1100 Stellen für Azubis im öffentlichen Dienst.

Eine Alternative ist die vollzeitschulische Ausbildung an Berufsfachschulen. Dort – und nur dort – wird in den sogenannten Assistentenberufe ausgebildet, etwa zum biologisch-technischen Assistenten, zum Assistenten für Tourismus oder zum kaufmännischen Assistenten. Wer keinen Platz in einem Betrieb gefunden hat, kann darüber hinaus auch einige „klassische“ Ausbildungsberufe an einer Berufsfachschule lernen. Der Unterricht wird dann durch Betriebspraktika ergänzt. Rund 6300 solcher schulischen Plätze gab es im vergangenen Jahr in Berlin, heißt es bei der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.

Hinzu kamen 2300 Plätze an staatlichen Schulen in den Bereichen Pflege und Gesundheit. Das müssen nach Ansicht von Christoph von Knobelsdorff in Zukunft aber deutlich mehr werden. „Schon jetzt fehlen Mitarbeiter in der Gesundheitsbranche und der Mangel wird noch zunehmen. Die Politik hat darauf bisher leider nicht reagiert.“ Auch 2011 werde es in Berlin wohl nicht mehr Plätze in diesem Bereich geben.

Wer eine praxisorientierte Berufsausbildung mit einem theoretischen Fachstudium kombinieren will, kann schließlich ein duales Studium machen. Viele Hochschulen – staatliche wie private – bieten diese Möglichkeit inzwischen an. Hervorgegangen ist die Idee aus dem Modell der Berufsakademie; 1993 wurde eine solche auch in Berlin gegründet. Seit 2003 ist sie als Fachbereich in die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) integriert und heißt heute „Duales Studium Wirtschaft – Technik“. Auskünfte zu Studienplätzen und -fächern erteilen die einzelnen Hochschulen. sizo

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