Zeitung Heute : Freuen auf den Frühling

Gartenarbeiten im frostigen Februar.

Simone Andrea Mayer[dpa]

Was der Hobbygärtner im Februar erledigen kann, kommt ganz aufs Wetter an: Liegt eine dicke Schneedecke und wehen sibirische Winde, ist kaum etwas zu tun. Dann kann man höchstens Schnee von den Pflanzen räumen, erläutert Isabelle Van Groeningen von der Gartenakademie in Berlin-Dahlem. Ist das Wetter im Februar aber mild, gibt es durchaus einige Aufgaben.

GEHÖLZE SETZEN

Gehölze, die im Winter draußen gut klarkommen – wie Zaubernuss, Schneeball und Heckenkirsche (Lonicera fragrantissima) –, können an frostfreien Tagen gesetzt werden. Letztere hat ein „fantastisches Parfum“, schwärmt Van Groeningen. „Daher sollte sie in den Vorgarten und nicht zu weit weg vom Haus gesetzt werden“ – also an einen Standort im Garten, den man auch im Winter regelmäßig passiert, und wo man die Pflanze riechen kann.

SCHNEIDEN

Bereits vorhandene Gehölze kann man jetzt schneiden. Wer Hecken oder größere Sträucher stark stutzen oder roden will, muss dies sogar bis Ende des Monats tun. Denn in Wohngebieten gilt vom 1. März bis 30. September ein Bestandsschutz, damit Vögel und andere Tiere in den Gehölzen ungestört nisten können. Schnitte zum Formen und Pflegen sind allerdings auch im Frühjahr und Sommer erlaubt.

SCHÜTZEN

Scheint die Sonne und ist es zeitgleich frostig, brauchen Immergrüne Schutz. „Am besten Vlies oder ein Bettlaken über die Krone legen. Wenn keines da ist, geht Zeitungspapier“, erklärt Gartenexpertin Van Groeningen. Der Grund: Wird es den Pflanzen im Sonnenschein zu warm, benötigen sie Wasser. Das können sie aber aus dem gefrorenen Boden nicht ziehen – und verdursten.

GERÄTE PFLEGEN

Ist es im Februar eisig und liegt viel Schnee, können sich Hobbygärtner um ihre Geräte kümmern. Wer Rasenmäher oder Heckenschere zur Wartung bringen will, sollte das bald tun – denn: „Im Frühjahr stehen alle Schlange“, sagt Van Groeningen.

PLANEN

Außerdem sind ungemütliche Tage gut fürs Planen: Für Isabelle Van Groeningen ist es ein jährliches Ritual, sich im Winter im warmen Zimmer mit einer Tasse Tee auf die Kataloge der Samenhändler, Gärtnereien und Baumschulen zu stürzen und zu überlegen, welche Pflanzen sie in der kommenden Saison in ihren Beeten sehen möchte.

AUSSÄEN

Ebenfalls im Haus können sich Hobbygärtner um die erste Aussaat des Jahres kümmern: Ende Februar dürfen die Samen von Salat, Kräutern und etwa Duftwicken in die Erde, sagt Van Groeningen. Sie kommen in einen Topf oder einen Saatkasten an einem hellen Fenster. Optimal seien die Ost- oder Westseite bei einer Raumtemperatur von 15 bis 20 Grad. Der Topf wird mit Glas oder einer durchsichtigen Folie abgedeckt. Die Dozentin rät aber: „Man sollte nicht zu viel auf einmal in den Boden geben, sondern lieber während des Frühjahrs alle drei bis vier Wochen kleinere Mengen aussäen.“

PFLANZTIPP: ZAUBERNUSS

Im Februar liebt Isabelle Van Groeningen die Zaubernuss. „Wenn sie blüht, beginnt für mich die Saison.“ Die Pflanze braucht im Garten allerdings mindestens drei bis vier Meter Platz. Außerdem benötigt sie einen säuerlichen Boden und schätzt Kompost oder Laubmulch. Bei den Sorten gibt es gelbe – die Expertin empfiehlt zum Beispiel Arnold Promisè –, orangefarbene (schön: Jelenà) und dunkelrote wie Nivià. Simone Andrea Mayer, dpa

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