Zeitung Heute : Freunde, Feinde: Gehören alle Hunde an die Leine?

Bernd Matthies

Der Hund, so sagt man, ist der beste Freund des Menschen. Für viele Menschen ist er Spielgefährte, Beschützer oder Helfer gegen die Einsamkeit. Doch manchmal wird der Freund zum Feind, knurrt Menschen an, beißt oder tötet sie sogar. Daran ist meistens der Mensch selbst schuld, weil er die Hunde nicht richtig erzieht, sie für solche Angriffe ausbildet oder sogar eigene Kampfhund-Rassen züchtet, die mörderisch zubeißen können.

Vor knapp zwei Jahren wurde ein kleiner Hamburger Junge von einem Hund totgebissen. Seither streiten Politiker und Tierschützer, was dagegen getan werden soll. Einige Experten bestehen darauf, dass bestimmte, wegen ihres Körperbaus besonders gefährliche Rassen nicht mehr gezüchtet oder nach Deutschland eingeführt werden dürfen, zum Beispiel Pitbull oder American Staffordshire Terrier. Andere halten das für falsch. Sie sagen, alle Hunde könnten aufs Töten abgerichtet werden, es gebe gar keine "gefährlichen" Rassen. Zum Beispiel könnten auch Schäferhunde oder Rottweiler - alte deutsche Rassen - einen Menschen umbringen, Dackel oder Zwergschnauzer aber sicher nicht.

Was tun? Am sichersten ist es, wenn Hunde angeleint sind und einen Maulkorb tragen. Aber viele völlig harmlose Hunde werden krank, wenn sie nicht frei herumlaufen dürfen. Mit Maulkorb und Leine sehen sie gefährlicher aus, als sie sind - das macht vor allem Kindern Angst. Am besten wäre es, wenn die Hundebesitzer selbst entscheiden dürften. Doch einige entscheiden falsch, und deshalb muss der Staat eingreifen. Er sollte vor allem viele Gebiete einrichten, wo Hunde toben können. Davon gibt es in Berlin zu wenige.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben