Zeitung Heute : Freunde sind es nicht

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Jassir Arafat

Abbas hat die Vorarbeit für die Osloer Verträge geleistet. Als deren Baumeister glaubte er, dass es ungerecht sei, nur einem Palästinenser, Arafat, den Friedensnobelpreis zuzusprechen. Schließlich erhielten ihn zwei Israelis, Rabin und Peres. Abbas Beziehung zu Arafat war geprägt von Hochs und Tiefs, auch wegen ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten: Arafat war der zentralistische Herrscher, theatralisch und unzuverlässig in seiner Taktik. Vor allem zur Gewalt der Palästinenser hatten sie gegensätzliche Auffassungen. Abbas stellte den Sinn der Intifada mehrfach in Frage.

DER ZUKÜNFTIGE

Baschar Assad, Syriens Präsident, empfing Abbas und seine Delegation im Dezember 2004. Nach einer langen Phase bedrohlicher Spannungen einigte man sich auf eine engere Zusammenarbeit. Abbas, der zum Teil im syrischen Damaskus aufgewachsen war, könnte für viele ehemalige Gegner Gesprächspartner sein.

DER ZWEITE

Mustafa Barghuti

Er wird nicht Wahlsieger und trotzdem gewinnen. Mustafa Barghuti hat den zweiten Platz bei den palästinensischen Präsidentschaftswahlen hinter Abbas sicher. Er hat sich aber auch als führender politischer Machtfaktor neben der regierenden Fatah-Bewegung und der radikalislamistischen Hamas etabliert. Und er hat Abbas mit gezielten Provokationen im Wahlkampf gezwungen, seine Slogans zu übernehmen, Kurskorrekturen zumindest rhetorisch vorzunehmen, unpopuläre Themen anzusprechen. Tsp

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