Zeitung Heute : Frostfreie Zone

Wintergärten sind auch in der kalten Jahreszeit kleine, grüne Oasen. Welche Pflanzen sich dafür eignen

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Nicht nur im Sommer schön. Wer seinen Anbau im Winter etwas kräftiger heizt, erweitert den Wohnraum – und auch die Auswahl an passenden Pflanzen. Foto: Tassilo Wengel
Nicht nur im Sommer schön. Wer seinen Anbau im Winter etwas kräftiger heizt, erweitert den Wohnraum – und auch die Auswahl an...

Wenn Schnee und Kälte die Tage bestimmen, dann bietet ein Wintergarten ideale Bedingungen, das frostige Schauspiel in gemütlicher Umgebung zu genießen. Verwandelt man das Gartenzimmer in eine grüne und blühende Oase, lässt sich die raue Jahreszeit inmitten von Pflanzen am besten überstehen. Sie wirken sich nicht nur positiv auf die Seele aus, sondern sorgen auch für ein günstiges Kleinklima.

Für die Wahl der Pflanzen sind die Temperaturverhältnisse im Wintergarten ausschlaggebend. Und hier spielen wiederum die Heizkosten eine Rolle. Energie- und Kostensparend ist die Nutzung als Glasraum, der gerade mal frostfrei gehalten wird. Hier lassen sich verschiedene Kübelpflanzen überwintern, die kühl, aber hell stehen möchten. Das gilt zum Beispiel für Oleander (Nerium oleander), Lorbeer (Laurus nobilis), Zwergpalmen (Chamaerops humilis) oder Goldorangen (Aucuba japonica), die auch Metzgerpalmen genannt werden. Diese Pflanzen werden nur selten gegossen. Sie erhalten so wenig Wasser, dass der Wurzelballen nur eine geringe Feuchtigkeit hat und nicht austrocknet.

Etwas wärmer sollten verschiedene Akazien (Acacia), Granatapfel (Punica granata), Myrte (Myrtus communis), Pistazien (Pistacia vera), Wollmispel (Eriobotrya japonica) und Zitruspflanzen (Citrus) stehen, um nur einige zu nennen. Sie überwintert man am besten bei Temperaturen, die zwischen fünf und acht Grad Celsius liegen. Auch diese Pflanzenarten erhalten während der Wintermonate nur wenig Wasser. Dabei ist allerdings infolge der leicht erhöhten Temperaturen mehr Fingerspitzengefühl nötig, damit der Wurzelballen feucht, aber nicht nass ist. Bei diesen niedrigen Temperaturen führt zu hohe Ballenfeuchtigkeit schnell zu Wurzelkrankheiten.

Wohnlich wird der Wintergarten allerdings erst mit Zimmertemperaturen über 20 Grad. Dann ist auch die Palette der Pflanzen sehr groß, die sich hier wohlfühlen. Verschiedene Blattpflanzen oder Arten mit Blüten und Früchten können die Blicke auf sich ziehen. Sehr dekorativ sind verschiedene Palmenarten, aber auch andere Blattpflanzen wie Keulenlilie (Cordyline terminalis), Wunderbaum (Dieffenbachia) oder Farne. Vom Baumfreund (Philodendron) gibt es viele Arten, die sich mit großen oder kleinen Blättern schmücken, aufrecht oder hängend wachsen. Auch der Gummibaum (Ficus) bietet eine reiche Palette mit großen oder kleinen Blättern in verschiedenen Formen und Farben. Durch farbig schön gezeichnete Blätter fällt der Wunderbaum (Codiaeum) auf. Und auch die Alocasien (Alocasia) lenkt mit ihren interessanten Blattzeichnungen die Blicke auf sich.

Interessante Blütenpflanzen gibt es in großer Auswahl. Sehr attraktiv sind Flamingoblumen (Anthurium andreanum), Prachtrispen (Medinilla magnifica), Einblatt (Spathiphyllum), Brunfelsien (Brunfelsia pauciflora ssp. calycina) oder verschiedene Ananasgewächse (Bromeliaceen) – nicht zu vergessen die zahlreichen Orchideen, von denen neben Dendrobium, Phalenopsis und Vanda auch andere im warmen Wintergarten gut aufgehoben sind.

Zu den Winterblühern gehören auch diverse Zwiebel- und Knollengewächse, die im Wintergarten gut zur Wirkung kommen. Rittersterne (Hippeastrum-Hybriden) werden reichlich im Winter vorgetrieben mit dicken Knospen angeboten. Seltener findet man Schönheiten wie die Amazonaslilie (Eucharis grandiflora) mit weiß-grünen Blüten auf 60 Zentimeter hohen Blütenschäften oder Zephirblumen (Zephyranthes aureus) mit gelben Blüten auf 25 Zentimeter hohen Stängeln. Und auch die Clivie (Clivia miniata), eine altbekannte Topfpflanze, öffnet während der kalten Jahreszeit ihre Blüten.

Neben der Auswahl an Pflanzen sorgt auch eine abwechslungsreiche Gestaltung für Flair und Wohlbefinden. Kombiniert man hohe und niedrige Pflanzen und stimmt die Farben der Blüten und Blattpfalzen ab, lassen sich zusätzlich tolle Effekte erzielen. Eine Wand aus Klinker oder Naturstein eignet sich für Kletterpflanzen, auf Brüstungen lassen sich blühende Topfpflanzen platzieren.

Was die Pflege betrifft gilt: Vor allem in Wintergärten mit Wohntemperatur ist der Wasserbedarf der Pflanzen hoch, da sie infolge der Temperaturen reichlich verdunsten. Regelmäßige Wassergaben gehören deshalb zum Ritual, das mehrmals in der Woche erfolgen muss. Da die Luft infolge der Heizung relativ trocken ist, sollte man die Pflanzen auch gelegentlich besprühen. Dünger erhalten die Pflanzen nur etwa alle vier bis sechs Wochen. Man verwendet einen Volldünger, der entsprechend der auf der Packung angegebenen Menge pro Liter in Wasser aufgelöst und gegossen wird.

Auch das Säubern gehört zu den Arbeiten im Wintergarten. Abgestorbene Blätter und verblühte Blumen sollten entfernt werden. Ein Rückschnitt kann manchmal auch notwendig sein, wenn die Pflanzen zu groß geworden sind. Schließlich sollte man auch dem Pflanzenschutz Bedeutung beimessen, da trockene Luft die Vermehrung von Schädlingen begünstigt. Es empfiehlt sich, handelsübliche Insektensprays zu verwenden und die Pflanzen mehrmals im Abstand von einigen Tagen zu besprühen. Zur biologischen Schädlingsbekämpfung eignen sich Schmierseifenlösungen. Auch das häufige Abbrausen der Pflanzen mit warmem Wasser hilft ein wenig – ist aber nicht immer ausreichend.

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