Zeitung Heute : Führend in Europa

Protonentherapie gegen Augenhautmelanom

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Das Augenhautmelanom ist eine sehr seltene Form von Krebs, an der in Deutschland jährlich etwa 500 bis 600 Menschen erkranken. Lange war die einzige Therapieform die Entfernung des erkrankten Auges. Seit etwa 30 Jahren hat sich nun die Strahlentherapie für ein bösartiges Augenhautmelanom durchgesetzt. Besonders die Bestrahlung des Tumors mit hochenergetischen Protonen ist bei bestimmten Formen dieses Krebses sehr erfolgreich.

Genau auf diesem Gebiet hat sich die Augenklinik der Charité in Zusammenarbeit mit der Klinik für Radioonkologie und dem Helmholtz-Zentrum Berlin einen Namen gemacht. Seit Mitte 1998 ist die Protonentherapie in Berlin-Wannsee möglich – einer von nur wenigen Standorten in Europa. In über 97 Prozent der Fälle lasse sich der Tumor mit diesem Eingriff vollkommen zerstören, heißt es von Seiten des Helmholtz-Zentrums.

Der große Vorteil dieser Therapieform liegt in der hohen Präzision. Durch genaue Markierungen wird den Radiologen angezeigt, wo der Tumor im Auge liegt. So kann das umliegende Gewebe bei der ambulant durchgeführten Bestrahlung geschont und in den meisten Fällen die Sehkraft erhalten werden. Die an der Charité entwickelte Spezialisierung auf die Therapie von Augentumoren hat über die Jahre zur Entstehung eines der modernsten Zentren zur Behandlung von Augenhautmelanomen geführt. Seit 1998 wurden über 1000 Patienten aus ganz Europe erfolgreich behandelt. Tong-Jin Smith

Klinik und Hochschulambulanz für Radioonkologie und Strahlentherapie, Campus Benjamin Franklin, Tel. 030/84452331, Internet: www.charite.de/radioonkologie

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