Zeitung Heute : Für ein besseres Image den Erstauftritt im Netz wagen

KURT SAGATZ

Millionen Menschen können sich inzwischen nicht mehr vorstellen, auf den Komfort, den das Internet bietet, zu verzichten.Doch die ersten Schritte ins Netz sind schwierig - besonders, wenn man dort einen eigenen Auftritt ansteuert.Mit welchen Informationen möchte man überhaupt seine Web-Präsenz füllen? Wer soll die Homepage gestalten? Wie mache ich auf meine Website aufmerksam? Gibt es Fördergelder? Auf all diese Fragen wird der Tagesspiegel in den kommenden sechs Wochen ausführliche Antworten geben.

Auf den Wirtschaftsseiten werden dazu vor allem die übergreifenden Stücke Unterstützung auf dem Weg ins Netz geben.Einen Schwerpunkt bilden die verschiedenen Förderprogramme von EU-, Bundes- und Landesseite sowie von anderen Einrichtungen wie der Berliner Internet-Akademie oder der Initiative "Berlin im Netz".Beleuchtet werden natürlich auch die Komplexe "Wer hilft dem Kleinunternehmer bei seinem Internet-Auftritt" oder die Frage, welche Marktplätze im Internet bereits existieren.Ferner werden Kosten-Nutzen-Analysen aufgestellt, damit das Internet-Engagement nicht zum wirtschaftlichen Risiko wird.

Auf den "Interaktiv"-Seiten werden ergänzend an den drei Erscheinungstagen der Seite - Mittwoch, Freitag und Sonntag - die eher praktischen Beiträge zu lesen sein.Hier wird erläutert, was es beispielsweise bei der Gestaltung einer Homepage zu beachten gibt, damit nicht überlange Wartezeiten durch unmäßigen Umgang mit Grafiken den potentiellen Surfern den Spaß verderben.Auch die richtige Bewerbung des eigenen Angebotes wird an dieser Stelle diskutiert.Wichtig für Unternehmen, die sich mit dem Gang ins Netz vertraut machen, dürfte auch sein, welche organisatorischen Änderungen im Unternehmen notwendig werden, um die zusätzliche Post auf dem E-Mail-Weg zu bearbeiten oder den neuen Ordereingang in die Warenwirtschaft zu integrieren.Die Besprechung ausgewählter Internet-Shopping-Lösungen rundet diesen Bereich ab.

Als erstes gilt es jedoch, die prinzipiellen Ziele zu definieren.Wozu soll eigentlich der Internet-Auftritt dienen? Um diese Frage beantworten zu können, muß man die verschiedenen Möglichkeiten kennen.Bei einem typischen Erstauftritt im Internet handelt es sich zumeist um eine reine Präsenz mit Informationsseiten.Unter einer möglichst eindeutigen Adresse wie www.meine-firma.de stellt sich das Unternehmen seinen Kunden und Partnern vor.In diesem Fall dient das Netz vor allem als weltweites Branchenbuch, und auch die Kosten hierfür liegen - gemessen an den bereitgestellten Informationen - im Bereich der gedruckten Werke.

Beim nächsten Schritt der Online-Präsenz eines Unternehmens wird das Netz nicht nur als virtuelles Aushängeschild, sondern gleichermaßen als Kommunikationskanal mit direkten Zugangsmöglicheiten für die Internet-Gemeinde eingesetzt.Das Zauberwort hierbei ist E-Mail.Über die Integration von Firmenadressen in die World-Wide-Web-Seite kann man auf Knopfdruck in Kontakt mit der Firma treten.Es empfiehlt sich dabei, die E-Mails durch die Bereitstellung mehrerer Adressen beispielsweise für Support oder Verkauf auch gleich so zu kanalisieren, daß sie schnellstmöglich den richtigen Empfänger erreichen.Daß die eingegangenen Mails in der Regel innerhalb eines Werktages beantwortet werden sollten, ist im Netz Usus.

Die nächste Stufe der Internet-Präsenz ist zumeist die Integration zum Beispiel des Verkaufs in die Homepage.Online-Shopping ist zwar noch weit davon entfernt, dem konventionellen Handel den Rang abzulaufen, aber mit einer gut organisierten Shopping-Mall im Netz lassen sich immerhin zusätzliche Umsätze erzielen, die sich zum Jahresende zum "Sahnehäubchen" in der Gewinn- und Verlustrechnung entwickeln können.Allerdings setzt der Einsatz von Online-Shopping einiges an Investitionen und Organisationsänderungen in den Unternehmen voraus, so daß es besonders hier gilt, die diversen angebotenen Programme und Providerleistungen sorgfältig zu vergleichen.

Eine weitere Variante des Internet-Einsatzes im Unternehmen ist der Business-to-Business-Einsatz über das Netz.Via Internet können so Lieferanten ihre Warenwirtschaft direkt mit dem Abnehmer verbinden, was unter anderem in der Just-in-Time-Produktion gang und gäbe ist.Über Geschlossene Benutzergruppen kann aber auch beispielsweise eine Versicherung ihre Agenturen über das Netz mit aktuellen Informationen und Tariftabellen versorgen.Für nahezu jedes Problem läßt sich eine Lösung finden, wie die Geschäftskommunikation über das Netz zumindest vereinfacht, wenn nicht sogar verbilligt werden kann.Neben Kostenvorteilen wird derzeit auch darüber nachgedacht, wie durch Netzkooperationen neue Märkte erschlossen werden können.Das Stichwort hierzu sind Bietergemeinschaften, die - virtuell zusammengeschnürt - Angebote unterbreiten können, um den größeren Playern Konkurrenz zu machen.In vielen Bereichen, so auch in der Entwicklung, kann das Netz natürlich auch dabei helfen, diese gemeinschaftlich gewonnenen Aufträge vernetzt umzusetzen.

So immens die Einsatzmöglichkeiten des Internets eben auch für kleine und mittlere Unternehmen sind, so unverständlich ist nach wie vor die zugrunde liegende Materie.Auch bei den Internet-Dienstleistern muß noch einiges getan werden, damit nicht Fachchinesich die Integration des Netzes in die Geschäftsabläufe unnötig erschweren.Der Tagesspiegel wird in den nächsten Wochen seinen Beitrag dazu leisten.

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