Zeitung Heute : Für Hobby-Broker ist das Internet eine wahre Goldgrube

MARKUS VON RIMSCHA

Fast jeder hat schon Werbung von einer der zahlreichen Direktbanken erhalten.Hier werden sehr günstige Konditionen angeboten, dafür entfällt die Kundenberatung.Wer also beispielsweise mit Aktien spekuliert und in den Genuß der geringen Provisionen kommen möchte, der benötigt zeitnahe und möglichst gut aufbereitete Informationen.Die wesentlichen Bereiche sind hierbei die direkte Kursabfrage eines Wertpapiers an den verschiedenen Börsen sowie der Chart, also die grafische Darstellung des Kursverlaufs über eine längere Zeitspanne.

Klassische Zeitschriften sind hier verständlicherweise nur bedingt geeignet.Zwei Wochen alte Charts sind für spekulativ orientierte Anleger kaum interessant.Was bietet sich also mehr an, als das Internet als Medium zu nutzen? Konsequenterweise bieten quasi alle Banken und insbesondere auch deren Direktbanktöchter Internet-Seiten mit entsprechenden Börseninformationen.Die Banken sind aber nicht die einzigen möglichen Quellen, auch die deutsche Börse selbst stellt Informationen bereit.

Das wesentliche Qualitätsmerkmal einer solchen Internet-Seite ist dabei eine möglichst zeitnahe Aktualisierung der Werte, dies geschieht meist im 15-Minuten-Takt.Der Privatanwender möchte dieses Angebot selbstverständlich kostenlos nutzen.Hier kann nicht zu viel erwartet werden, schließlich sind derartige Informationen kostbar und werden meist auch dementsprechend teuer verkauft.Trotzdem finden sich kostenlose Internet-Seiten, die die Anforderungen eines Privatkunden befriedigen sollten.Daneben spielt die Geschwindigkeit des Seitenaufbaus eine große Rolle.

Hauptsächlich die Direktbanken bieten Kurs- und Chart-Informationen an (z.B.www.quelle-bank.de, www.bank24.de, www.advancebank.de, www.comdirekt.de).Das wesentliche Problem ist hier meist tatsächlich die enorme Ladezeit für die verschiedenen Seiten, da mit grafischen Elementen und großen Hintergrundbildern nicht gerade sparsam umgegangen wird.Eine sehr gute Chart-Maschine stellt beispielsweise die Consors-Bank in ihrer "Brokers World" zur Verfügung (www.consors.de).Es handelt sich hierbei jedoch, wie bei den meisten Seiten, die Charts zeichnen, um ein Java-Programm.Das bedeutet, daß der Anwender über einen Java-fähigen Internet-Browser verfügen muß.Dies ist aber bei aktuellen Produkten wie dem Netscape Navigator oder auch dem Internet Explorer meist gegeben.Die Consors-Chart-Funktion ist hierbei jedoch relativ langsam, da ein recht umfangreiches Programm gestartet wird.Dafür sind die Ergebnisse von sehr guter Qualität.Als einer der wenigen Anbieter stellt Consors nicht nur den Verlauf des eigentlichen Wertpapierkurses dar, sondern beispielsweise auch die gehandelten Umsätze.Gerade die Frage, wie hoch die Umsätze waren, mit denen ein entsprechender Kurs gehandelt wurde, ist jedoch von großer Bedeutung.

Eine weitere gute Chart-Darstellung, die wesentlich flotter arbeitet, ist bei der Baden-Württembergischen Bank zu finden ( www.bw-bank.de ).In der "Markt"-Sparte werden Aktien und Indizes dargestellt, wahlweise über einen Zeitraum von sechs, zwölf oder 24 Monaten.Eine sehr sparsame Chart-Funktion bietet Hornblower an ( www.hornblower.de/netchart.htm ).

An der Technischen Universität Braunschweig ( www-public.tu-bs.de ) findet sich ferner eine sehr gute Übersicht mit Kursverläufen, die als fertige Grafikdateien vorliegen.Hier sind jedoch hauptsächlich die verschiedenen Indizes verarbeitet.

Für eine einfache Kursabfrage eignet sich die Seite der "Gruppe deutsche Börse".Hier sind die 30 DAX-Werte ( www.exchange.de/realtime/dax_d.html ) sowie verschiedene Indizes ( www.exchange.de/realtime/indices_d.html ) aufgelistet.Auch der Investor Channel bietet eine recht umfangreiche Kursdatenbank an ( www.bch.de/bch/boerse/index.html ).

Wer Wert auf umfassendere Informationen legt, kann sich meist als Anwender registrieren lassen.Insbesondere die Direktbanken bieten hier verschiedene zusätzliche Dienstleistungen an, so beispielsweise eine automatische E-Mail-Benachrichtigung über das aktuelle Geschehen (z.B. www.comdirect.de ).Hier kann der Benutzer, oft ohne Kunde bei der entsprechenden Bank zu sein, ein fiktives Musterdepot anlegen und dies mit ausgesuchten Wertpapieren füllen.Dann können Limits gesetzt werden, bei deren Über- bzw.Unterschreiten eine automatische Benachrichtigung per Mail erfolgt.Dies hat freilich mir der ebenfalls üblichen Auftragserteilung via Internet für tatsächliche Kauf- und Verkauf-Orders in einem real existierenden Depot nichts zu tun.

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