Zeitung Heute : Für jedes Problem eine spielerische Lösung

-

Auch bei Planspielen gibt es die berühmte Qual der Wahl. Spieleentwickler haben inzwischen Angebote für fast jede Problemstellung, so gut wie jeden Geldbeutel und eigentlich alle denkbaren Charaktere.

Besonders wichtig für die richtige Auswahlentscheidung ist die Zielgruppe. Soll das Planspiel überwiegend Führungs, Entscheidungs- und Planungsfragen behandeln, empfehlen sich General-Management-Planspiele oder Business-Simulationen. Darüber hinaus existieren Branchen-Planspiele sowie Funktions-Planspiele zur Verbesserung der Planungs-, Organisations- und Arbeitstechniken eines Betriebsbereichs. Verhaltens- und Rollenplanspielen liegt kein mathematisiertes Modell zugrunde, sie beziehen sich auf qualitative Konzepte der verhaltenswissenschaftlich-orientierten Betriebswirtschaftslehre oder Organisationstheorie. Sie werden in der Teamentwicklung, Kunden- und Prozessorientierung eingesetzt.

Das Spielmedium bestimmt, in welcher Form der Planspieler Entscheidungen trifft und wie er über deren Auswirkungen informiert wird. Beim Computer-Planspiel gibt es zwei Varianten: Bei der interaktiven gibt der Planspieler seine Eingaben direkt in einen PC ein und erhält die Auswertung der Simulation ohne Zeitverzögerung. Bei formulargestützten Computer-Planspielen werden die ausgefüllten Entscheidungsformulare elektronisch oder manuell an einen zentralen PC übermittelt, auf dem die Simulations- und Planspielsoftware läuft. Auf dem zentralen PC (häufig der Laptop des Planspielleiters) werden die Eingaben ausgewertet und danach dem Spieler für die nächste Runde zur Verfügung gestellt. Brettplanspiele – auch als haptische Planspiele bezeichnet – nutzen Spielfiguren und -bretter. Die Regeln sind in einer Spielanleitung festgelegt.

Als drittes Auswahlkriterium dient üblicherweise die Begleitung durch einen Tutor – etwa bei der Einführung in das Planspiel, der Unterstützung bei Spielproblemen und der Reflexion des Gelernten. Der soziale und zugleich finanzielle Aspekt steht auch beim vierten Auswahlkriterium im Vordergrund: Gruppen-Planspiele werden im Rahmen von Unterrichtsveranstaltungen – also Seminaren, Lehrgängen, Aus-, Fort- oder Weiterbildungen – veranstaltet. Dabei wird zwischen Parallel-Betrieb und „echtem Wettbewerb“ unterschieden. Bei Individualplanspielen spielt ein Akteur gegen ein Modell – in der Regel ein Computerprogramm. rch

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar