Zeitung Heute : Fürstliche Grüße aus Monaco

Die „Seglervereinigung 1903 Berlin e.V.“ feiert ihr 100-jähriges Bestehen – und ein prominentes Ehrenmitglied: Fürst Albert I

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Sie sieht wahrhaft imposant aus, die alte Dampfyacht. „Princesse Alice II“ heißt das Schmuckstück, und es gehörte seiner Durchlaucht Fürst Albert I von Monaco. Eingetragen war das Schiff aber über Jahrzehnte nicht am Mittelmeer, sondern in einem Berliner Verein: Die Yacht vom Großvater des amtierenden Fürsten Rainier findet man im Schiffsregister der Zehlendorfer „Seglervereinigung 1903 Berlin e.V.“ – der Verein feiert dieser Tage sein 100jähriges Bestehen. Kein Wunder also, dass der monegassische Botschafter Rainier Imperti der Einladung des „SV03“ zum Empfang folgt. Gefeiert das Jubiläum wird am Sonntag, 9. März, auf dem 6000 Quadratmeter großen Vereinsgrundstück an der Klaren Lanke nahe Schwanenwerder am Wannseebadweg 40.

Fürst Albert I von Monaco taucht in den Jahrbüchern des Vereins erstmals 1907 auf, erzählt Georg Schertz, früherer Polizeipräsident von Berlin und Vereinsmitglied seit 53 Jahren. Wie es zu der überraschenden Vereinigung der Wassersportler kam? Den Monegassen zog es aus Forschungsgründen vom Mittelmeer an den Wannsee, sagt Schertz. Als Wissenschaftler der noch jungen Zunft der Meereskunde pflegte der Fürst intensive Kontakte mit Kollegen von der Humboldt Universität. Der Fürst gründete im Jahre 1910 das noch heute bekannte Museum für Ozeanographie in Monte Carlo.

Doch wann immer es ging, traf er sich mit den Vereinskollegen aus Berlin vom Wannsee. Die Dampfyacht indes lag unter südlicher Sonne vor Anker, denn hiesige Binnengewässer konnte das Schiff schon wegen des beträchtlichen Tiefganges nicht befahren.

Bei der Feier am Sonntag wird aber nicht nur der Vereinsgeschichte gedacht. Gewürdigt werden auch aktuelle Bemühungen des Vereins, etwa um die Jugend. So übergeben Vertreter der Senatssportverwaltung eine Plakette des Bundespräsidenten. 315 Mitglieder zählt der Verein, davon sind 58 jünger als 19 Jahre. 17 Mitglieder sind unter 27 Jahre alt.

Die meisten Mitglieder sind indes der Optimisten-Klasse schon lange entwachsen. Auf der Liste der Mitglieder und der Ehrenmitglieder des Vereins findet man auch viele prominente Namen. Hermann Noack zum Beispiel, Künstler und Bildhauer aus Steglitz, Chef jener Gießerei, die die Quadriga anfertigte.

Künstler gehören also zur Crew des Vereins, und Journalisten: Auch Hans Wedekind, erster Herausgeber des Fachmagazins „Yacht“, ging vom Gelände der Seglervereinigung an Bord seines Schiffes. Zudem freuen sich die Zehlendorfer Seglerfreunde darüber, dass der spätere Olympiasegler Willi Kuhweide seine Jugendzeit in ihrem Verein verbrachte.

Doch womit auch immer sich die Menschen einen Namen gemacht haben – viele schätzen an der Seglerei vor allem eines: Dass man den Alltag an Land zurück lässt, wann immer man die Schiffplanken betritt. Ob auf einem modernen Vereinsboot – oder auf einer mediterranen Dampfyacht.kög

Mehr Informationen im Internet:

www.sv03.de

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