Zeitung Heute : FUNKTIONIERT DIE AUSWILDERUNG VON ZOOTIEREN?

Viele Zoos beteiligen sich an der sogenannten Erhaltungszucht. Dabei geht es darum, seltene Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, am Leben zu erhalten. Der Artenschutzexperte des WWF, Volker Homes, kann eine ganze Reihe von erfolgreichen Versuchen der Auswilderung solcher gefährdeter Tierarten nennen. Allerdings schränkt er ein: „Raubtiere wie Eisbären oder auch Tiger können nicht ausgewildert werden, wenn sie in Gefangenschaft geboren werden.“ Wenn sie sich erst einmal an Menschen gewöhnt haben, werden sie immer wieder die Nähe von Menschen suchen. Und bei den dabei entstehenden Konflikten ziehen die Tiere meistens den Kürzeren.

Erfolgreich waren die Versuche aber zum Beispiel beim Goldlöwenäffchen. Diese Art kam Anfang der 70er Jahre in Brasilien nur noch mit rund 200 Exemplaren vor. Umweltverbände und Zoos arbeiteten daraufhin an einem Zuchtprogramm. Seit Mitte der 70er Jahre sind Dutzende Goldlöwenäffchen in einem Schutzgebiet in Brasilien freigelassen worden, inzwischen leben dort wieder rund 1000 Tiere.

Ein Auswilderungsprogramm, an dem auch der Berliner Tierpark beteiligt ist, ist das zur Erhaltung der arabischen Oryx-Antilope, die inzwischen in Saudi-Arabien auch wieder in freier Wildbahn leben kann, aber zuvor nahezu komplett ausgestorben war. Auch das Wiesent, eine Büffelart, konnte Anfang des 20. Jahrhunderts nur in Gefangenschaft gerettet werden, wird aber inzwischen im Kaukasusgebiet in Russland wieder erfolgreich ausgewildert. Ähnliches gilt für Nashörner, die ohne die

Erhaltungszucht weder in Afrika noch

in Asien allzu große Überlebenschancen gehabt hätten, weil sie bei Wilderern sehr begehrt waren. deh

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