Zeitung Heute : G8-Konferenz: Kriminalität im Web international bekämpfen

Im Kampf gegen die Kriminalität im Internet hat Deutschland eine starke grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefordert. Mit internationalen Mindeststandards könnten etwa Medieninhalte, die zu Volksverhetzung und zu Rassenhass aufrufen, unter Strafe gestellt werden, sagte Bundesinnenminister Otto Schily bei einem Expertentreffen der G-8-Staaten zu Sicherheit und Vertrauen im Cyberspace am Dienstag in Berlin.

Außenminister Joschka Fischer warnte unterdessen vor einer Überregulierung, die die Dynamik des Internets ersticke. "Der gläserne Mensch, überwacht durch einen globalen Big Brother, kann nicht unsere Zukunftsvision sein", sagte Fischer. "Wir müssen uns gegen die wachsenden Gefahren der Computer-Kriminalität wappnen, um die Freiheit des Individuums zu gewährleisten und um die Sicherheit der Staaten zu schützen." Dies dürfe aber nicht zu Lasten der Grund- und Freiheitsrechte gehen.

In der fast grenzenlosen Kommunikation lägen enorme Chancen, aber für die "Verbrecherzunft" auch ungeahnte neue Möglichkeiten. Der durch Cybercrime verursachte Schaden wird auf 100 Milliarden Mark jährlich geschätzt. Maßnahmen gegen Computerkriminalität hätten umso mehr Aussichten auf Erfolg haben, je enger sie auf globaler Ebene abgestimmt seien. Allerdings fehle es auf internationaler Ebene an umfassenden Antworten auf die Web-Kriminaität. Das Bundeskriminalamt habe bei 80 Prozent der 1999 registrierten Fälle von Kriminalität im Netz Spuren in die USA, nach Kanada, Japan, Australien und Russland verfolgt.

Das Expertentreffen dauert bis zum 26. Oktober. Dabei sollen Maßnahmen zur Bekämpfung neuer Formen der Kriminalität diskutiert werden. Die Staats- und Regierungschefs der G-8-Staaten hatten auf ihrem Gipfeltreffen in Okinawa im Juli einen Dialog zwischen Regierungen und Industrie gefordert.

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