Zeitung Heute : GASTGEBER STEHEN SCHON IM ACHTELFINALE: Franzosen zahlen hohen Preis

ST.DENIS .Platinis Erben haben Frankreichs Stimmungspegel weiter in die Höhe getrieben.Mit einer Gala im Stade de France schlug die "Equipe tricolore" das überforderte Saudi-Arabien mit 4:0 (1:0).Als zweite Mannschaft nach Brasilien zog das Team des lange umstrittenen Trainer Aime Jacquet damit in das Achtelfinale der Weltmeisterschaft ein und riß die 80 000 Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin.Einen Wermutstropfen goß Schiedsrichter Arturo Brizio Carter allerdings in den Freudenbecher.Er stellte neben dem Saudi Al-Khilawi (19.) auch Frankreichs überragenden Spielmacher Zinedine Zidane (70.) wegen Foulspiels vom Platz.Im Falle des bei Juventus Turin beschäftigten Zidane schien diese Strafe allerdings überzogen.

Der erst 20jährige Jungstar Thierry Henry eröffnete den Torreigen in der 36.Minute nach einer Musterkombination und setzte ihn in der 79.Minute mit seinem dritten Turniertreffer zum 3:0 fort.Dazwischen markierte sein monegassischer Klubkollege David Trezeguet per Kopf nach einem Torwartfehler in der 68.Minute das zweite Tor.Bayern-Profi Lizarazu (87.) sicherte mit dem 4:0 den höchsten Sieg des Turniers.

Eine Fortsetzung fand das Rot-Festival des neunten WM-Spieltages.Schiedsrichter Carter, der vor vier Jahren das Eröffnungsspiel Deutschland - Bolivien (1:0) leitete, stellte frühzeitig Saudi Al-Khilawi vom Platz.Nach einer Grätsche an Lizarazu blieb ihm keine andere Wahl.Zidane aber mußte nach einem unglücklichen Tritt im Zweikampf um den Ball gegen Amin die von FIFA-Präsident Blatter geforderte härtere Linie der Referees büßen.

Der krasse Außenseiter hatte den spielfreudigen "Bleus" wenig entgegenzusetzen.Trotz der Verpflichtung des Toptrainers Carlos Alberto Parreira, der Brasilien 1994 zum Titel führte, wurden die Araber zurück in die Wüste geschickt.Der Traum, wie in den USA in die Runde der letzten 16 einzuziehen, erfüllt sich diesmal nicht.Frankreich aber spielt am nächsten Mittwoch in Lyon gegen Dänemark um den Gruppensieg.Die Equipe hat den Champagner-Fußball längst vergangener Jahre aus der Versenkung geholt.Mit Leichtfüßigkeit, Spielfreude und herrlichen Kombinationen bestätigte sich das Team als einer der großen WM-Favoriten, auch wenn der Gegner eigentlich kaum einen echten Maßstab abgab.Zidane zog als überragender Spielmacher die Fäden, vor allem Henry sowie Lizarazu und der krausköpfige Diomede nahmen die von Beginn an fast ganz auf Defensive setzenden Saudi-Arabier von rechts und links in den Würgegriff.

Doch Frankreichs Ensemble vergaß bei einer Fülle von guten Chancen lange das Toreschießen.Die klarste ließ zunächst Zidane (28.) aus: Frei am Elfmeterpunkt schoß er vorbei.Unmittelbar vorher hatte Al-Jaber nach einem Fehler von Blanc die Möglichkeit zu einem Überraschungs-Coup der Saudis ausgelassen.Torwart Barthez bügelte den vorausgehenden Fehler von Blanc aus.Der nach einer halben Stunde für den verletzten Dugarry eingewechselte Trezeguet belebte das Angriffsspiel.Torwart Al-Deayea erwies sich zunächst als überragender Mann des Fußball-Davids.Erst einer von Zidane ausgehenden Musterkombination, die sich über Lizarazu mit einer flachen Hereingabe fortsetzte, nutzte Henry zum 1:0.Trainer Jacquet hatte sein Team im Vergleich zum Auftaktspiel gegen Südafrika überraschend auf zwei Positionen geändert.Für Djorkaeff (Inter Mailand) und Petit (Arsenal London) hatten Auxerres Diomede und Genuas Boghossian den Vorzug erhalten.

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