Zeitung Heute : Geländewagen: Ein neuer Jeep Cherokee

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Seit 16 Jahren wird er optisch in dieser Zeit nur wenig verändert gebaut - der Jeep Cherokee. Da wird es Zeit für einen Nachfolger, und den präsentiert die zu Chrysler gehörende Marke Jeep in Detroit unter dem neuen Namen Liberty. Mit einer Länge von knapp 4,44 Meter ordnet sich das neue Modell mit seinem typischen Jeep-Gesicht zwischen dem bewährtem Jeep Wrangler und dem luxuriösen Jeep Grand Cherokee ein, der die Kanten früherer Modelle längst abgelegt hat. Diesen Schritt macht nun auch der Cherokee-Nachfolger, der übrigens auf dem europäischen Markt auch weiterhin den traditionellen Namen Cherokee tragen soll.

Die Cherokee-Silhouette war, verglichen mit anderen Off-Roadern, vergleichsweise flach. Das brachte es mit sich, dass es vor allem auf der hinteren Sitzbank für Erwachsene reichlich unbequem war, weil sie die Beine stark anwinkeln mussten. Damit ist beim Nachfolger Schluss. Denn der neue Cherokee hat bei einer Karosseriehöhe von 1,80 Meter stolze 17 Zentimeter zugelegt. Dieser Zuwachs kommt dem Sitzkomfort hinten zugute, so dass man künftig von einem vollwertigen Fünfsitzer sprechen darf. Einem Auto zugleich, das hinter der asymmetrisch geteilten Rückbank einen bei dachhoher Beladung bis zu 909 Liter fassenden Laderaum bietet, der nach Umklappen der Rückbank auf bis zu 1951 Liter wächst. Dabei hindert innen kein Ersatzrad mehr, denn das ist bei der neuen Generation außen an der seitlich angeschlagenen Hecktür befestigt, die mit einer separat zu öffnenden Heckscheibe ausgestattet ist.

Zu den Jeep-Charakteristika gehört ein robustes Fahrwerk, das selbst in schwierigstem Gelände noch ein Durchkommen erlaubt. An diesen Fähigkeiten hat sich beim neuesten Modell nichts verändert. An der Konstruktion allerdings, mit der das erreicht wird, eine ganze Menge. Denn die bisher traditionell starre Vorderachse ist nun einer Konstruktion mit einzeln aufgehängten Rädern, sehr robusten Querlenkern und Schraubenfedern gewichen. Hinten allerdings bleibt es bei der gewohnten Starrachse, die ebenfalls mit Schraubenfedern kombiniert ist und der des Grand Cherokee ähnlich ist.

Für die Fahrpraxis bedeutet die neue Fahrwerkskonstruktion, dass der Cherokee-Nachfolger sich nun auf ausgebauten Straßen sehr viel besser benimmt als das bisherige Modell. Das bedeutet in Verbinung mit einer neuen Lenkung ein personenwagenähnliches Fahrverhalten mit ansprechendem Fahrkomfort, zu dem auch die selbsttragende äußerst verwindungssteife Karosserie ihren Teil beiträgt.

Arg in die Jahre gekommen war beim Cherokee auch der 4,0-Liter-Reihensechszylinder. Er hat für den Nachfolger ausgedient. Denn an seine Stelle tritt ein moderner 3,7-Liter-V6, dessen Konstruktion sich an der des 4,7-Liter-V8 des Grand Cherokee orientiert. 154 kW (210 PS) leistet die neue Maschine, die bei 4000/min ihr höchstes Drehmoment von 305 Nm liefert. Ausgestattet mit einer Ausgleichswelle bietet sie über den gesamten Drehzahlbereich eine hohe Laufkultur. Jeep kombiniert dieses Triebwerk mit einer Viergang-Automatik. Die Antriebskräfte gelangen über das Command-Trac-System an alle vier Räder des Cherokee-Nachfolgers. Als zweiter Benziner steht ein 2,4-Liter-Vierzylinder mit Vierventiltechnik und einer Leistung von 115 kW (155 PS) zur Wahl, der ein höchstes Drehmoment von 226 Nm entwickelt - ein Motor, der sich bereits im Voyager bewährt hat.

Speziell für den europäischen Markt wird es den neuen Jeep auch mit einem 2,5-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel geben. Das ist ein zusammen mit dem italienischen Diesel-Spezialisten VM entwickelter Direkteinspritzer mit Common-Rail-Hochdruckeinspritzung, dessen Vierventil-Zylinderkopf aus Aluminium besteht. Er leistet 105 kW (140 PS) und sein höchstes Drehmoment von 343 Nm ist bereits bei 1800/min verfügbar - ein betont anzugsstarker und sehr kräftiger Diesel also, bei dem zwei gegenläufige Ausgleichswellen für hohe Laufruhe sorgen. Auf dem deutschen Markt soll der neue Cherokee noch in diesem Herbst eingeführt werden.

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