Zeitung Heute : Geldabheben am Automaten noch zu teuer Verbraucherzentralen kritisieren Neuregelung

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Berlin - Die Verbraucherzentralen haben die Sparkassen und Volksbanken aufgefordert, die Gebühren an Geldautomaten für Kunden fremder Institute auf rund zwei Euro zu senken. „Die Gebühren von 1,95 Euro, die die privaten Banken nehmen, müssen der Maßstab sein“, sagte Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen dem Tagesspiegel.

Am kommenden Sonnabend tritt ein neues Gebührensystem für Abhebungen an Geldautomaten in Kraft. Während die privaten Banken Fremdkunden dann bundesweit einheitlich 1,95 Euro in Rechnung stellen, werden viele Sparkassen Kunden anderer Institute noch immer deutlich stärker zur Kasse bitten. Nach Tagesspiegel-Informationen verlangen die Sparkassen oft zwischen 4,50 Euro und 5,00 Euro. „Das ist um Längen zu teuer“, sagte Pauli. Die wirklichen Kosten lägen nur zwischen 30 und 70 Cent. Im Schnitt zahlen Verbraucher knapp 5,70 Euro, hat die Finanzberatung Max Herbst errechnet.

Der Neuregelung war ein erbitterter Streit vorausgegangen. Wegen ihrer intransparenten und teilweise sehr hohen Gebühren bei den Geldautomaten zogen die Banken die Aufmerksamkeit des Bundeskartellamts und die Kritik von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) auf sich. Das Kartellamt drohte mit Ermittlungen, die Ministerin mit einem Gebühren-Gesetz. Der öffentliche Druck zeigte Wirkung: Die Verbände der Kreditwirtschaft verständigten sich im vergangenen Jahr auf das neue, transparente Gebührenmodell. Heike Jahberg

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