Zeitung Heute : Gelungener Auftritt

OLAF BÖHME

Hat sich ein Unternehmen für den Schritt ins Internet entschieden, kommt der Optik ihrer Online-Präsenz entscheidende Bedeutung zu.Vor allem ziellose Surfer nehmen sich - wie beim Zappen durch TV-Programme - nur wenige Augenblicke Zeit, um über ein Online-Angebot zu urteilen.Doch bevor es ans Design geht, muß entschieden werden, für welche Bildschirmauflösung die Homepage und alle Folgeseiten gestaltet werden.Davon ist abhängig, ob die gesamte Homepage im Browser dargestellt wird oder aber Teile abgedeckt sind und nur durch Scrollen sichtbar werden.Firmen sollten sich bei der Planung ihres Internetauftritts nicht von ihren leistungsfähigen Monitoren verführen lassen, sondern die starke Verbreitung von geringer auflösenden Monitoren berücksichtigen.Eine Homepage sollte deshalb für eine Auflösung von 640 x 480 Pixeln, höchstens aber 800 x 600 Pixeln, konzipiert werden.

Besteht dennoch größerer Platzbedarf ist es sinnvoll, Text und Grafiken vertikal anzuordnen.Denn kaum etwas ist unkomfortabler, als wenn nicht sichtbare Bereiche einer Webseite erst durch horizontales Scrollen zugänglich werden.Welche Elemente soll die Homepage enthalten? Name der Firma, ihr Logo und das Unternehmensziel beziehungsweise die Branche sollten auf den ersten Blick wahrgenommen werden.Auf die Höflichkeitsfloskel "Herzlich Willkommen auf unserer Internetseite" kann man getrost verzichten.Aussagekräftiger ist es, Erstbesucher auf einer separaten Seite "Wir über uns" zu begrüßen.

Sinnvoll und längst zur Konvention geworden ist es, alle Bereiche von der Homepage aus über eine Navigation - dem Inhaltsverzeichnis der Website - zugänglich zu machen.Als Alternative zu einer Navigation, die nur aus Text besteht, kann man eine zentrale Grafik oder Teile von ihr als Links (Sprungmarken) auf die einzelnen Bereiche benutzen.

Neben der optischen Verlockung für eine solche Lösung hat dies den Nachteil, daß sich der Nutzer auf den nachfolgenden Inhaltsseiten neu orientieren muß.Dem kann man begegnen, indem bereits auf der Startseite die Navigation erscheint, die den Nutzer dann durch das gesamte Angebot führt.Bestehen die Menüpunkte der Navigation aus einzelnen Bildern, kann man für sie im Quellcode Alternativtexte angeben.Diese erscheinen dann bereits bevor die Bilder geladen und im Browser dargestellt werden.Zur Positionierung von Navigation, Grafiken und Text bedient man sich am besten der Tabellenfunktion, die die Mehrzahl der verwendeten Browser unterstützt.Insbesondere bei der Verwendung von Text, der über aktuelle Produkte oder Leistungen des Unternehmens informiert, sollte man das Layoutinstrument Tabelle zu Hilfe nehmen.So können mehrere Textblöcke nebeneinander gestellt und der Textfluß in einem lesefreundlichen Maß gehalten werden.Begriffe, die im Homepage Introtext eine Relevanz zu weiterführenden Bereichen haben, sollten auf diese ensprechend verlinkt werden.

Obwohl Grafiken eine Homepage zur digitalen Visitenkarte des Unternehmens machen, sollte unbededingt beachtet werden: Zeit im Internet kostet Geld.Deshalb sollten alle Register gezogen werden, um ein kurze Übertragungszeit und einen schnellen Seitenaufbau zu erzielen.Da Bilder wesentlich speicherintensiver sind als Text, muß auf die Minimierung der Dateigröße besonderen Wert gelegt werden.Das Laden der Bilder von der lokalen Festplatte sagt nichts über die tatsächliche Ladezeit über das WWW.

Die beiden gängigen Internet-Formate sind GIF (Graphic Interchange Format und JPG (Joint Photographers Group).Das am meisten verbreitete Format GIF98a eignet sich vor allem für Grafiken und für Motive, die freigestellt werden sollen.Das ist beispielsweise bei einem Logo sinnvoll, das vor einem Hintergrundbild erscheinen soll.Die Dateigröße eines GIFs kann nun durch die Reduzierung der Farbpalette wesentlich verkleinert werden.Nur selten werden 256 Farben benötigt, mit denen maximal ein GIF gespeichert werden kann.

Oftmals genügt es, ein Bild nahezu verlustfrei mit lediglich 64 oder 32 Farben zu exportieren.Bilddaten können so sogar auf die Hälfte reduziert werden.Die Dateigrößen von Fotos, die komplexe Bildstrukturen aufweisen, lassen sich am besten im JPG-Format komprimieren.Beim Abspeichern dieses Formats kann die Komprimierungsrate festgelegt werden.Sowohl das GIF98a als auch das JPG-Format unterstützen einen mehrstufigen Bildaufbau.Auf diese Weise werden Grafiken beim Laden schneller sichtbar.In jedem Fall lohnt die Mühe, bei beiden Formaten mehrere Varianten eines Bildes mit unterschiedlichen Farbtiefen oder Komprimierungsraten anzulegen, um ein optimales Verhältnis von Dateigröße und Bildqualität zu erzielen.Beherzigt man auch für die übrigen Elemente der Homepage den Leitsatz: "Weniger ist mehr", wird das Layout übersichtlicher und benutzerfreundlicher.Bevor eine Homepage ins Netz gestellt wird, sollte sie sowohl mit verschiedenen Browsern (Netscape und Microsoft Explorer) als auch auf unterschiedlichen Betriebssystemen (Windows, Macintosh, Unix) getestet und abweichende Darstellungen gegebenfalls korrigiert werden.

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