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Der Tagesspiegel

Der drastische Rückgang der Werbeeinnahmen hat den Nachrichtensender n-tv im vergangenen Jahr rote Zahlen schreiben lassen. „Das Unternehmen verbucht für 2001 ein negatives Ergebnis von 14,9 Millionen Euro nach einem Vorjahresgewinn von 24,8 Millionen Euro“, sagte Geschäftsführer Wolfgang Fischer bei der Jahres-Pressekonferenz am Freitag. Nach Meinung von Programmchef Helmut Brandstätter hat der Einbruch an den Börsen den Sender wegen seines starken Akzents auf Wirtschaftsberichterstattung besonders getroffen. Das negative Gesamtergebnis hängt auch mit den erneut angestiegenen Programmkosten zusammen. Laut Fischer hat n-tv kräftig investiert, so wurde die Zahl der Auslandskorrespondenten von fünf auf zehn verdoppelt. Lagen diese Kosten 2000 noch bei 23,5 Millionen Euro, so kletterten sie im vergangenen Jahr auf 28,86 Millionen Euro. Die wichtigsten Kennzahlen für 2001: Netto-Werbeumsätze 56,3 Millionen Euro (2000: 93,9 Millionen), sonstige Umsätze 16,1 Millionen (2000: 17,1 Millionen). Die gestiegenen „Sonstigen Kosten“ um fünf Millionen auf 59,5 Millionen plus die genannten Programmkosten addierten sich zu 82,9 Millionen Euro Gesamtkosten und im Saldo zu einem Minus von 14,9 Millionen Euro.

„Auch 2002 wird kein einfaches Jahr“, meinte Brandstätter. Der Sender erwarte „eine schwarze Null“. Neben wieder anziehenden Werbeeinnahmen sollen die sonstigen Umsätze deutlich gesteigert werden, große Hoffnungen setzt die Geschäftsführung auf das „Airport TV“, das zu Jahresbeginn in Frankfurt/Main gestartet ist. Mit weiteren Flughäfen liefen Verhandlungen. Außerdem soll die Position als multimediales Nachrichten-Unternehmen stärker vermarktet werden, besonders im Online-Bereich, aber auch über Radio-Kooperationen.

Die Berichterstattung über die Terroranschläge in den USA hätten n-tv zu Spitzenzeiten 13,3 Millionen Zuschauer beschert, die höchste Quote seit Gründung des Senders vor zehn Jahren, sagte Brandstätter. Dank weiter gewachsener Reichweiten sehen das Programm täglich 4,3 Millionen.

Kein n-tv-Termin ohne das Thema „Sandra Maischberger“. Laut Brandstätter wird die Talksendung auch 2003 bei n-tv laufen. Dass die Journalistin dann exklusiv für den Sender arbeiten werde, wollte er nicht bestätigen: „Exklusivität ist teuer.“ Sandra Maischberger wurde jüngst mit dem ZDF in Verbindung gebrachte. Ältere Gerüchte sehen die Journalistin als Nachfolgerin von Alfred Biolek in der ARD. Joachim Huber

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