Zeitung Heute : Geräte warten und weiterbilden

Brunnenbau ist ein Überstundenjob

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Brunnenbauen im Winter ist ein hartes Geschäft. Zwar können moderne Gerätschaften auch gefrorenen Boden relativ schnell durchstoßen, aber stundenlang in Kälte, Regen und Schnee zu arbeiten …

Nach zweieinhalb bis drei Jahren Ausbildung und einigen Berufsjahren verdienen Brunnenbauer etwa 2200 Euro brutto im Monat und mehr – ohne Überstunden und Zuschläge. Die Hauptarbeit fällt im Sommer an. Je besser das Wetter, desto größer der Bedarf nach Wasser für vertrocknete Felder und ausgedörrte Sportplätze. Dann müssen die Mitarbeiter großer und kleiner Brunnenbaufirmen Überstunden und Sonderschichten einlegen um die anfallende Arbeit zu schaffen. Dafür gibt es im Winter viel freie Zeit.

Heiner Papenburg leitet ein Brunnen- und Rohrleitungsbau-Unternehmen in Schleswig-Holstein. Seine insgesamt 17 Mitarbeiter haben am Ende des Sommers üblicherweis jeweils cirka 100 Stunden Überschuss angesammelt. Das wird jetzt abgebummelt. Mehr als zwei Wochen zusätzliche freie Zeit kommen da für die meisten zusammen. „Bis zum späten Herbst haben wir sehr gut zu tun“, erläutert der Brunnenbaumeister, denn: „Durch die langen Entscheidungswege bei den Behörden gehen auch Aufträge für Feuerlöschbrunnen und andere kommunale Arbeiten meist erst in der zweiten Jahreshälfte ein.“

„Immer da, wo Rohre in die Erde verlegt werden müssen, sind wir darauf angewiesen, dass der Boden frostfrei ist", erklärt Papenburg. Wenn der Boden hart gefroren ist, können die Gräben nicht sachgemäß wieder aufgefüllt werden. Deswegen nutzen seine Mitarbeiter die ruhigen Monate für die Inspektion und Generalüberholung der Fahrzeuge und Gerätschaften – und zur Weiterbildung.

Brunnenbauunternehmen müssen, gerade wenn sie für kommunale Stellen tätig werden möchten, dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter auf der Höhe der Zeit bleiben. Sonst verlieren sie ihre Zertifizierungen und damit den Zugang zu lukrativen Aufträgen. af

www.papenburg-brunnenbau.de

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