GERÄTECHECK : Colliehund Kingsley für die Tiertherapie
06.10.2011 16:37 Uhr
Was ist das?
Ein Therapiehund. Von der Abstammung her ist Kingsley (rechts im Bild) ein Bearded Collie. Kingsley ist der einzige Therapeut in der AHG Klinik für Kinder und Jugendliche Beelitz-Heilstätten mit vier Beinen und einem flauschigen Fell. Das macht ihn zum Star für die kleinen Patienten. Kingsley – oder Kingsi, wie ihn die Kids nur nennen – hat eine gute Erziehung genossen, ist stubenrein, verspielt und hat ein sanftes Gemüt. Flocke (links im Bild) ist nur zu Besuch in der Klinik. Die Hündin wurde im Frühjahr 2011 auf einer Autobahnraststätte gefunden und im Tierheim abgegeben. Von dort holte sie die Klinik – als Aushilfe für Kingsley.
In Kürze verlässt Flocke jedoch die Beelitzer Rehaklinik.
Wozu braucht man es?
Die Tiertherapie unterstützt die Kinder bei der Reha. Im Umgang mit Kingsley lernen sie spielerisch, sich auf eine Sache zu konzentrieren und sich auf Spielregeln einzulassen. Außerdem gibt ihnen der Hund die offene Zuwendung, die sie im Alltag oft vermissen. Kinder und Jugendliche mit einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) oder einer zusätzlichen Hyperaktivität (ADHS) können sich nur schwer konzentrieren, einige reagieren impulsiv und aggressiv. Deshalb stehen sie oft im Abseits und werden sogar gemobbt. Jungen Patienten mit Adipositas geht es kaum anders, auch sie fühlen sich oft wegen ihres Übergewichts als Ausgeschlossene. Ob hyperaktiv oder träge: Allen gemein ist, dass ihnen im Alltag oft Struktur, Grenzen und Ziele fehlen.
Wie setzt man es in der Reha ein?
Kingsley eignet sich nicht nur hervorragend zum Streicheln und Knuddeln. Der Vierbeiner kann noch viel mehr. Doch bis die jungen Rehabilitanden mit Kingsley spielen dürfen, müssen sie zunächst einen Hundeführerschein machen: Die Patienten lernen dabei, den Therapiehund zu kommandieren und mit ihm bei Fuß zu laufen. Doch dabei gibt es Regeln, die von den Kindern und Jugendlichen beachtet werden müssen: Immer nur einer gibt die Kommandos und die Übung wird solange durchgeführt, bis Kingsley spurt. Das lohnt sich für beide: Kingsley bekommt einen kleinen Leckerbissen und die Kids ein Erfolgserlebnis. Ist der Hundeführerschein absolviert, können sie auch Kunststücke mit ihm üben, wie die Schnecke, bei der Kingsley flach über den Boden robbt, oder die Rolle, bei der er sich seitlich über die Wiese wälzt. fp








