Zeitung Heute : Gericht beschränkt Arzneimitteleinsatz Nur zugelassene Therapien erlaubt

Der Tagesspiegel

Die Krankenkassen fühlen sich bestätigt, doch für zahlreiche Berliner Ärzte und Schwerkranke ist das gestrige Urteil des Bundessozialgerichts zur umstrittenen Verordnung von nicht zugelassenen Medikamenten ein Rückschlag. Nach dem Urteilsspruch müssen die gesetzlichen Kassen eine Arznei nicht bezahlen, falls sie für Therapien außerhalb ihrer Zulassung eingesetzt wird.

Wie berichtet, ist dies aber bei Krebs- und MS-Kranken oder bei HIV-Patienten häufig der Fall, da es für weniger verbreitete Karzinome oder für komplizierte Krankheitsverläufe oft gar keine zugelassenen Medikamente gibt. Vor allem Berliner Neurologen und Internisten streiten sich deshalb mit den Kassen um bis zu sechsstellige Summen. Die Versicherer wollen sie für Medikamente in Regress nehmen, die aus ihrer Sicht zu Unrecht verordnet wurden. Eine Chance bleibt den Patienten allerdings nach dem Urteil: Aus Sicht der Richter müssen die Kassen ein Medikament auch außerhalb seiner Zulassung bezahlen, falls sich dessen Wirkung hinreichend begründen lässt und alle zugelassenen Mittel nachweislich versagt haben. cs

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