Zeitung Heute : Geschichten von

STAATSOPER UNTER DEN LINDEN Das Musical „Tanguera“ kehrt zurück nach Berlin –

SANDRA LUZINAD

Man muss nicht unbedingt in Buenos Aires geboren sein, um den Tango fühlen zu können. Davon ist Daniel Barenboim, ein glühender Tango-Liebhaber, überzeugt. Der Dirigent gehört zu den prominentesten Bewunderern von „Tanguera“, das 2002 als weltweit erstes Tango-Musical herauskam – natürlich in Buenos Aires. Die opulente Show wurde mehr als 18 Monate auf argentinischen Bühnen gespielt – die eigenen Landsleute zu entflammen, allesamt Tango-Kenner, das hat zuvor noch keine der diversen Tango-Shows geschafft, die eher mit einem ausländischen Publikum liebäugeln. Danach trat „Tanguera“ seinen Siegeszug durch die Welt an. 2007 gastierten die fabelhaften argentinischen Tänzer und Sänger bereits an der Berliner Staatsoper – unter der Schirmherrschaft von Daniel Barenboim. Nun kehrt „Tanguera“ für 15 Vorstellungen zurück, um das Tangofieber neu zu entfachen.

Schmachtende Blicke, laszive Paartänze und die wehmütigen Klänge des Bandoneons: all das bietet „Tanguera“ und noch mehr viel. Tanguera bedeutet Tangotänzerin – und so steht hier eine schöne Frau im Mittelpunkt. Für sie wird das Tango-Tanzen zur wahren Passion. Das Musical wartet mit einer dramatischen Lovestory auf, und es erzählt auch die Geschichte des Tangos, dessen Ursprünge bekanntlich im Bordell liegen.

Schauplatz des Musicals ist La Boca, das berüchtigte Hafenviertel von Buenos Aires, wo zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Einwanderer aus Europa auf Matrosen, Gauchos und Gauner jeglicher Couleur trafen. Die junge französische Immigrantin Giselle strandet hier mit ihren Sehnsüchten von einem besseren Leben, gerät aber in die Fänge eines Prostitutionsrings. Doch die Tanguera schafft es, zum umjubelten Cabaret-Star aufzusteigen. Die preisgekrönte Choreografie von Mora Godoy, die in ihrer Heimat Argentinien als Tango-Autorität gilt, zeichnet sich durch großes Raffinement aus. Sie verbindet Ballett mit traditionellen und modernen Formen des Tangos. So sieht man nicht nur die typischen Haken und Achten, die abgezirkelten Schritte, sondern auch hohe Beinschwünge und schwungvolle Dreh-und Hebefiguren.

„Tanguera“ kommt mit einer neuen Hauptdarstellerin nach Berlin: Gabriela Amalfitani verkörpert die Giselle, um die zwei Männer kämpfen. Sie wird benutzt von dem Zuhälter Gaudencio, und begehrt von dem Hafenarbeiter Lorenzo. Esteban Domenichini tanzt den Good Guy Lorenzo, Oscar Martinez Pey ist der geschniegelte Zuhälter Gaudencio – zwei Machos wie aus dem Bilderbuch. Gabriela Amalfitani darf nicht nur ihre verführerische Beinarbeit demonstrieren, sondern sie muss auch der Männerwelt die Stirn bieten.

In „Tanguera" sieht man nicht nur Mann und Frau eng umschlungen übers Parkett schieben, sondern auch schon mal zwei Machos in Unterhemd ihre Beine kreuzen. Der Tango ist offen für die vielfältigsten Leidenschaften. Er erzählt – so fasst es Barenboim wunderbar zusammen – „Geschichten aus Liebe, Verrat und Verderben“.

SANDRA LUZINA

Premiere 9.7., 20 Uhr, Preview 8.7., 20 Uhr, bis 19.7.,

täglich außer Mo., Di-So 20 Uhr, Sa und So auch 16 Uhr

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Stichwort: Tanguera

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