Zeitung Heute : Gesundheit: Krank durch Textilien?

In nur ein bis zwei Prozent der Fälle führen deutsche Hautärzte Kontaktallergien auf Textilien zurück. Ärgerlich ist, dass sich so eine Chrom-, Nickel-, Formaldehyd- oder Farbstoffallergie leicht vermeiden ließe. Ob man zum Beispiel einen Heuschnupfen kriegt, entscheidet vor allem die genetische Veranlagung. Kontaktallergien entstehen dagegen durch zu viel Chemie auf der Haut. Schlecht gebundene Farbstoffe gelangen durch Schweiß auf die Haut. Eine häufige Ursache sind schlechte Färbungen mit Dispersionsfarben. Statt eine feste Bindung einzugehen, lagern sie sich nur an die Polyesterfasern an. Auf diese Weise lösten seit den 60er Jahren Strumpfhosen und Leggings immer wieder Allergien aus.

Auch überfärbte Textilien setzen Farbe frei: So blutet das tiefe Schwarz der neuen Bluse mit dem Pflegehinweis "separat waschen" auch durch Reibung und beim Schwitzen aus. Dabei genügen bereits unsichtbare Mengen dieser Farbstoffe. Denn die fettlöslichen Dispersionsfarben passieren relativ leicht die äußere Hornschicht der Haut.

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