Gesundheitsberater : Suchhilfe und Aufklärung

gesundheitsberater-berlin.de unterstützt mit einer umfangreichen Datenbank die Recherche nach dem geeigneten Krankenhaus und gibt für viele Leiden medizinische Informationen

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Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ... das Internet. Webseiten, die Informationen und Beratung zu Gesundheitsthemen anbieten, gehören quasi seit den Anfangstagen des weltweiten Netzes zu dessen festen und beliebtesten Bestandteilen. Kliniksuchportale zum Beispiel gibt es dort, die mit Behandlungszahlen und Qualitätsdaten die Suche nach einem passenden Krankenhaus ermöglichen. Und es gibt medizinische Beratungsportale, die mit umfangreichen und allgemeinverständlichen Texten Krankheiten und deren Behandlung erläutern.

gesundheitsberater-berlin.de, das neue Internetangebot von Tagesspiegel und Gesundheitsstadt Berlin, ist beides. Zum einen greift es auf eine umfangreiche Datenbank zu und ermöglicht so den Vergleich der Berliner Krankenhäuser mit harten Fakten: Behandlungszahlen, Komplikations- und Arztempfehlungsraten, Ausstattungsmerkmale, Adressen und Telefonnummern. Zum anderen bietet das Portal eine große und ständig weiterwachsende Zahl von redaktionellen Artikeln, in denen Erkrankungen, deren Diagnostik und Therapiemöglichkeiten für den medizinischen Laien aufbereitet sind.

Vor vier Jahren haben Tagesspiegel und Gesundheitsstadt Berlin nach monatelanger Vorbereitung zum ersten Mal den Klinikführer veröffentlicht und seitdem mehrfach aktualisiert – zunächst als Zeitungsserie und später auch als Buch. Nun geht der Klinikführer online und bietet so seinen alten und neuen Nutzern noch mehr Möglichkeiten zur Recherche.

Die Datenbank von gesundheitsberater-berlin.de basiert auf den Qualitätsberichten der Krankenhäuser, die diese gesetzlich vorgeschrieben alle zwei Jahre veröffentlichen müssen. Der jüngste Bericht erschien Ende 2009 mit den Angaben für das Jahr 2008. In der Datenbank sind alle 59 Berliner Krankenhäuser enthalten, die für die Behandlung gesetzlich versicherter Patienten zugelassen sind und die Qualitätsberichte veröffentlicht haben. Krankenhäuser, die ausschließlich Privatpatienten oder Selbstzahler aufnehmen, sind nicht gelistet, weil diese nicht verpflichtet sind, solche Datensammlungen zu anzubieten.

Die Berichte enthalten zum Beispiel die Angaben, wie viele Patienten in den einzelnen Fachabteilungen der Klinik versorgt wurden – wie groß also die Erfahrung des Hauses mit bestimmten Eingriffen ist und welche Therapieschwerpunkte es hat. Außerdem müssen die Kliniken auch einige Angaben zum Therapieerfolg ausgewählter Krankheiten veröffentlichen, etwa Komplikationsraten oder Sterblichkeitszahlen. Und schließlich finden sich die Kontaktdaten, also der Name des jeweiligen Chefarztes, die Adresse und Telefonnummer des Krankenhauses und der Abteilung.

In der gedruckten Form haben manche dieser Berichte einen Umfang von einhundert Seiten und mehr – pro Klinik. Und manche Angaben, die für den Patienten wichtigen Zusatzinformationen, fehlen ganz. Deshalb macht gesundheitsberater-berlin.de zum einen diese Daten dem Nutzer für gezielte Suchanfragen nach ausgewählten Parametern zugänglich und ermöglicht den direkten Vergleich verschiedener Krankenhäuser der Hauptstadt. Zum anderen ergänzt die Redaktion die Berichte mit weiteren Erkenntnisquellen – zum Beispiel einer umfangreichen Ärztebefragung zu empfehlenswerten Krankenhäusern – und weiteren eigenen Recherchen.

Die Qualitätsdaten werden in einem aufwendigen Verfahren von der Bundesgeschäftstelle Qualitätssicherung (BQS – siehe Glossar auf der letzten Seite) in Düsseldorf erhoben. Doch bei Weitem nicht alle Ergebnisse der mehr als 200 erfassten Parameter müssen auch veröffentlicht werden. Das Gesetz schreibt vor, dass die Krankenhäuser ihre Daten nur zu 26 Indikatoren darstellen sollen – nur ein Bruchteil des Materials also.

Darüber hinaus haben die Kliniken in diesem Jahr einen Fristaufschub erhalten: Sie müssen die vorgeschriebenen Qualitätsdaten erst bis Ende Januar zur Verfügung stellen.

Die Berliner Krankenhäuser jedoch haben der Redaktion von gesundheitsberater-berlin.de freiwillig wesentlich mehr Qualitätsdaten zur Verfügung gestellt – und das auch wesentlich früher. So können wir den Nutzern im Gegensatz zu vergleichbaren Portalen schon jetzt Daten zu insgesamt 71 Qualitätsindikatoren präsentieren.

Die Redaktion unterzieht die Angaben aus den Qualitätsberichten einer fortlaufenden Plausibilitätskontrolle. Stößt sie dabei auf fehlerhafte oder kommentierungsbedürftige Angaben, so werden diese wo möglich korrigiert, ergänzt oder kommentiert.

Zu insgesamt rund 70 Krankheiten und deren Behandlungsmöglichkeiten in einer Klinik hat die Redaktion umfangreiche laienverständliche Artikel erarbeitet und deren fachliche Richtigkeit von zahlreichen medizinischen Experten überprüfen lassen (siehe Seite 16).

Und schließlich stellen wir die Ergebnisse von drei großen Umfragen dar, in denen wir die niedergelassenen Ärzte Berlins um ihre Krankenhausempfehlungen für rund 50 Behandlungen gebeten haben (siehe Text zur Methodik auf dieser Seite). 2600 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten haben sich daran beteiligt.

Das Portal entstand auch mit Unterstützung der Berliner Patientenbeauftragten Karin Stötzner, die viele hilfreiche Anregungen beisteuerte, was Patienten interessiert und welche Fragen Sie haben. Mit ihrer Hilfe konnten wir auch die Datenbank der Berliner Selbsthilfegruppen (Sekis) in das Portal mit integrieren („Selbsthilfe & Beratung“).

Ziel des Gesundheitsportals ist es, Patienten bei der Wahl eines geeigneten Krankenhauses eine Orientierung zu geben. Vertrauensvolle Gespräche mit den Ärzten können und wollen wir aber nicht ersetzen.

Die Redaktion ist dankbar für Anmerkungen zum Portal, für Verbesserungsvorschläge und Hinweise auf fehlerhafte Einträge. Bitte schreiben Sie eine E-Mail an gesundheitsberater@tagesspiegel.de oder nutzen Sie das Kontaktformular auf www.gesundheitsberater-berlin.de

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