Zeitung Heute : Gewebe automatisch erkennen

Röntgengeräte und Computertomografen liefern dem Arzt nicht immer klare Befunde. Häufig wird dann ein Gewebeschnitt angefertigt, an dem ein Pathologe bestimmte Krankheiten erkennt. Diesen Prozess soll eine automatische Voranalyse im Computer verkürzen, die Olaf Hellwich vom Fachgebiet „Computer Vision & Remote Sensing“ der TU Berlin gemeinsam mit Pathologen der Berliner Universitätsklinik Charité und zwei Unternehmen entwickelt. „Mit knapp 286 000 Euro vom Zukunftsfonds der Technologiestiftung Berlin finanziert, können wir bis 2011 Verfahren erarbeiten, um Gewebeschnitte miteinander zu vergleichen“, sagt der Informatiker Olaf Hellwich.

Theoretisch muss das System nur aus einer Datenbank mit Gewebeschnitten die Bilder suchen, die ähnliche Veränderungen wie das Gewebe des Patienten haben. Ein Mensch löst ähnliche Aufgaben mit einiger Übung leicht und erkennt zum Beispiel ein Pferd immer als Pferd, auch wenn das Fell einmal weiß und einmal schwarz ist und das Objekt oben im Bildhintergrund oder groß vorn steht. „Für das Computerprogramm sieht das Pferd dagegen jedes Mal anders aus“, sagt Hellwich. Nur wenn das Programm das Muster Pferd erkennt, und zum Beispiel von oben nach unten lange, von rechts nach links aber schmale Gebilde als Pferdebeine identifiziert und mit ein paar anderen Hinweisen auf die Körperform den Verdacht „da steht ein Pferd“ absichert, klappt dieses Erkennen. Für Gewebeschnitte gilt das Gleiche, weil auch sie abhängig von der Färbemethode und anderen Faktoren unterschiedlich ausfallen. Wenn das Programm bestimmte Muster findet, die bei einer Krankheit im Gewebeschnitt immer gleich oder zumindest sehr ähnlich ausfallen, könnte das dem Arzt die Arbeit erheblich erleichtern.RHK

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