Zeitung Heute : Gibt’s nicht gilt nicht

Schnäppchen dürfen bald nicht mehr als Lockmittel missbraucht werden

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Auch schon mal bei Aldi vor der Tür gestanden? Morgens um sieben, Platz hundert, weil es superbillige Computer geben soll? Und auch schon mal um zehn wieder abgerückt? Ohne Schnäppchen unterm Arm, weil nur 99 am Lager waren? „Schluss mit dem Frust“, meint Verbraucherschutzministerin Renate Künast. Die Grüne Politikerin hat sich in Amerika umgesehen und will jetzt auch hier zu Lande die Händler zwingen, sich zu ihren Schnäppchen zu bekennen. „Raincheck“ heißt das Zauberwort. In einem Entwurf zur Reform des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG), der noch im Januar vom Justizministerium vorgestellt werden soll, will die Regierung Händler zwingen, bei Schnäppchenaktionen auch eine bestimmte Menge der Billigartikel am Lager zu haben. Zum Beispiel für zwei Wochen, wenn der Händler mit preiswerteren Produkten in den kommenden zwei Wochen wirbt. Kann er die Nachfrage der Kunden nicht befriedigen, soll der Händler Gutscheine ausstellen oder die preiswerte Ware besorgen. Künast will damit verhindern, dass Kunden mit Rabattangeboten angelockt werden, ohne dass das Versprechen auch eingelöst werden kann. In Amerika ist das geübte Praxis. Die so genannten Rainchecks gehen auf die Baseballzeiten vergangener Tage zurück. Seinerzeit waren die Stadien noch nicht überdacht und so manches Spiel musste wegen Regens ausfallen. Die Zuschauer erhielten dann Rainchecks, und konnten das nächste Spiel kostenlos ansehen. asi

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