Zeitung Heute : Glatzen und Dreadlocks
23.08.2002 00:00 UhrBurkhard Schröder rätselt über den Einfluss der Haartracht auf die Musik
Lange oder kurze Haare können viel oder nichts bedeuten. In der Geschichte der Pop-Musik gehörte eine bestimmte Haartracht jedoch immer zur Botschaft: Ein Mick Jagger mit einer hässlichen Frisur (1) wäre erheblich unpopulärer. Die Glatze bei Musikern lässt Böses ahnen, ist aber nicht immer so gemeint: Der klassische Skinhead macht laute Musik, die nicht jedem gefällt, hat aber nicht zwangsläufig üble Vorurteile. (2) Das Gegenstück zur Frisur ganz ohne Haare sind die Dreadlocks. (3) Wer weiß, wie diese Haartracht aussieht, denkt an beschwingte Rhythmen, karibische Sommernächte, den legendären Musiker Bob Marley (4) und den manchmal zu lässigen Umgang mit psychotrophen Substanzen (5).
Woher die Reggae-Musik und die dazu passende Frisur stammen, wissen heutige Musiklehrer selten, da sie die ihnen anvertrauten Kinder am liebsten und zuerst in die Geheimnisse des Blockflötenspiels (7) einweihen.
Die arme Bevölkerung in Jamaika, die sich keine Plattenspieler kaufen konnte, machte ihre Musik in den fünfziger Jahren selbst: Sie schuf aus dem amerikanischen „Rhythm & Blues“ den heute noch populären Ska (6). Der schnelle und gut tanzbare Ska gilt neben dem Musikstil „Rocksteady“ (8) als Ursprung des Reggae (9). 1962 komponierte ein Musiker ein Stück, das in der Musikgeschichte ein Meilenstein, aber nur Insidern bekannt ist. Der Titel erinnert an Marschmusik, der Rhythmus aber hat nicht das Geringste damit zu tun. Der Pop-Interpret wurde „der König des Skinhead-Reggae“ genannt.
Die Frage der Woche lautet: Wie hieß diese Komposition?
Die Antwort auf die Webrätsel-Frage der Vorwoche lautet: De ludo globi (das Globusspiel), auch: Tiroler Roulette, von Nikolaus von Kues: www.globoule.de/sicher/cusanus/ix_c2200.htm .
Die Links zum aktuellen Rätsel:
2) www.angelfire.com/yt/sharptor
8) oioioi.ru/music/rocksteady.html








