Zeitung Heute : GM: Für Opel 1,5 Milliarden Staatshilfe

Frankfurt am Main/Berlin - Der US- Autobauer General Motors (GM) will für die Sanierung des Tochterunternehmens Opel 1,5 Milliarden Euro Unterstützung von Bund und Ländern. Das Geld soll als Kredit oder als Bürgschaft zur Absicherung von Bankdarlehen zur Verfügung stehen. Opel-Chef Nick Reilly präsentierte am Dienstag in Frankfurt am Main einen Sanierungsplan, der die Streichung von 3900 der 25 000 Arbeitsplätze in den vier deutschen Werken Bochum, Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern vorsieht. Insgesamt sollen in Europa 8300 Stellen abgebaut werden. Mit dem Bürgschaftsantrag sei ein unabhängiges Gutachten an Bund, Länder und EU-Kommission verschickt worden, sagte Reilly. Es bewerte die Überlebensfähigkeit von Opel positiv. 3,3 Milliarden Euro soll die Sanierung insgesamt kosten.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gab sich reserviert und kündigte an, die Unterlagen von GM sorgfältig auszuwerten. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte, dass sich GM selbst stärker an den Kosten beteiligt. Der US-Konzern will es bei der bereits erfolgten Rückzahlung eines Teils des Brückenkredits der Bundesregierung über 600 Millionen Euro belassen. „Nach unserer ersten Einschätzung wird es geboten sein, dass GM als Eigentümer seine Beteiligung an der Sanierung und Neuaufstellung deutlich erhöht“, erklärte Koch. Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) versprach eine „sehr konstruktive und schnelle“ Prüfung. Arbeitnehmervertreter bekräftigten ihre Ablehnung der GM-Pläne und verweigerten erneut einen eigenen Sanierungsbeitrag. mot/ro

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