Zeitung Heute : Goldgrüne Flüssigkeit zum Saugen

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Mate-Tee kann man in beinahe allen Teehandlungen bekommen, meist im Paket (ein Pfund oder ein Kilo), inzwischen gibt’s ihn sogar als Beutel. Beim Kauf sollte man auf die Farbe achten: Ist er dunkelgrün bis schwarz, verlässt man das Geschäft wieder, denn dann ist er zu trocken. Ist er hellgrün mit vereinzelten gelben Schnipseln, kann man getrost zulangen. Wird das Aroma als eine Mischung zwischen Holz, Tabak und bitterem Kakao beschrieben, dann ist er perfekt.

Bei Argentiniern beliebt sind die Mate-Marken „Yerba Rosamonte“ oder „Yerba Cruz de Malta“ . Zu finden sind sie etwa in den Regalen von „Aqui Espana“ in der Kantstraße 34 in Charlottenburg oder in der „Spanischen Quelle“ in der Markgrafenstraße 68 in Kreuzberg. In beiden Geschäften kann man auch das Gefäß und den Trinkhalm bekommen. Die meisten Mate-Becher sind bis heute aus Kürbis gearbeitet; oft sind sie geschmirgelt und poliert, so dass sie eher wie Holz aussehen, manchmal sind sie mit Holz oder Silberimitat vekleidet. Vor dem ersten Gebrauch muss man sie mit Tee und Wasser füllen und einen Tag stehen lassen. Der Strohhalm dazu ist nicht aus Stroh, sondern aus Holz oder Metall; am Ende ist ein Sieb, so dass man keine Blätter schlürfen muss. Zum Trinken wird das Gefäß zu zwei Dritteln mit Tee gefüllt und zu einem Drittel mit Wasser. Ängstliche Zungen können vor dem Aufguss einen Teelöffel Zucker darüberstreuen und ein paar Minzeblätter. Das Wasser sollte nicht kochen, sonst wird der Mate unerträglich bitter! 70, 80 Grad sind ideal.

Wer’s lieber cool mag: Club-Mate (Foto ganz rechts) kann man zum Beispiel im „RAW-Tempel“ in der Revaler Straße 99 oder im „Klub der Republik“ in der Pappelallee 81 in Prenzlauer Berg trinken. Wer dort die goldgrüne Flüssigkeit lieben gelernt hat und zu Hause Club-Mate-Orgien feiern will, wird sich im gewöhnlichen Getränkehandel vergeblich umschauen. Helfen kann Martin vom Getränkehandel „Braukunst“, der auf keinen Fall gesiezt werden möchte: 0175/5175902.

Neu ist der alkoholfreie Drink übrigens keineswegs, den gab’s in Dietenhofen und Umgebung (zehn Kilometer weit) schon vor 80 Jahren, nur hieß der schaumige Eistee damals Sekt-Bronte und wurde als „gesundheitsfördernd, anregend und vollmundig weinartig schmeckend“ angepriesen. Nach dem Krieg schaffte er es vereinzelt sogar bis Hamburg. 1994 verkaufte Herr Sauernheimer seine Lizenz an die Brauerei Loscher und als Club-Mate schafft es der fränkische Bronte, siehe oben, nun bis in die Berliner Clubs. Und in die Buden der Hacker: Der als „Hackerbrause“ bekannte Eistee hält wach. In einer Flasche steckt ein Teelöffel Tee und nicht so viel Zucker, er macht also nicht dünn, aber auch nicht so dick wie andere Softdrinks: 100 ml haben 22 Kalorien . Doch Vorsicht: „Der erste Schluck schmeckt widerlich“, urteilte der Kritiker der „taz“.

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