Zeitung Heute : Goldmacherei und andere Geheimnisse des preußischen Hofs

Der Tagesspiegel

Potsdam. Als vor 300 Jahren der Berliner Friedrich August Böttger seine Karriere als Goldmacher begann, standen die herrschenden Hohenzollern schnell auf der Matte: Sie hofften, so auf leichte Weise an das begehrte Edelmetall zu bekommen. Von König Friedrich I. nunmehr arg bedrängt, floh der junge Apotheker nach Kursachsen, wo schon der nächste Freund des Goldes auf ihn wartete: August der Starke zwang Böttger, künstliches Gold herzustellen, woraus, wie man weiß, nichts wurde.

Zum Wirken der Alchimisten und Chemiker am Preußischen Hof bietet die Schlösserstiftung Berlin-Brandenburg ab 21. April Experimentalvorträge an. Referent der neunteiligen Reihe ist Georg Schwedt, Professor an der Technischen Universität Clausthal. Er will, unterstützt durch praktische Versuche, die man auch zu Hause nachmachen kann, zeigen, wie richtige oder vermeintliche Naturwissenschaftler die Hofgesellschaft unterhalten und auch ausgenutzt haben. Das Programm beginnt am 21. April um 11 Uhr im Berliner Schloss Glienicke. Hier geht es um das Rösten von Kaffeebohnen und die Zubereitung von Tee und Kakao. Schwedt will bei der Gelegenheit zeigen, wie man anhand einfacher chemischer Reaktionen die Inhaltstoffe der Getränke feststellen kann. Der nächste Vortrag befasst sich mit „Chemischen Belustigungen in der Barockzeit“, also dem Versuch, die „Zauberkräfte der Natur“ für bengalische Feuer, künstliche Kristalle und andere Attraktionen zu nutzen. Danach stehen Blütenfarben, Tabak und eben die Goldmacherei auf dem Programm.casp

Anmeldungen und Anfragen zum Programm unter der Telefonnummer 0331/9694 317

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben