Zeitung Heute : Größer, schöner, heller

Mit moderner Architektur wird das Forum Steglitz ab Frühjahr 2006 zum weltoffenen Shoppingcenter

Nora Sobich

Das Forum Steglitz war gleich zu Beginn eine Sensation. Als es im Frühjahr 1970 seine Tore öffnete, gelang dem Berliner Architektenteam Bartels, Heinrichs und Schmidt-Ott ein wahrer Superlativ. Das fünfgeschossige Gebäude im Südwesten Berlins war das größte überdachte Einkaufszentrum Deutschlands und bot mit einem innovativen Shop-in-Shop-System attraktive neue Einkaufsmöglichkeiten. Nun steht die erste umfassende Modernisierung des traditionsreichen Shoppingcenters bevor.

Größer, schöner und vor allem auch heller soll die Zukunft des Forum Steglitz werden. Der neue architektonische Auftritt wird sich den Besuchern ab Frühjahr 2006 mit einer offenen, lichtdurchfluteten Fassade zeigen. Für die neue Außenoptik werden die unteren zwei Stockwerke komplett geöffnet und mit einer durchgehenden Glasfassade verkleidet. Auch der Haupteingang soll großzügiger werden. Bis hinauf ins erste Obergeschoß wird das Entree zu einer Höhe von zehn Metern erweitert. Als Vorbau schmückt den Haupteingang ein stilvolles Zeltdach, das rot leuchtend auf die Schloßstraße ragt.

Das architektonische Upgrade macht die „Nummer 1“ auf der Schloßstraße zu einem weltoffenen und modernen Haus. „Wir werden die Fassade auch teilweise in Vinyl einschlagen und farbig beleuchten“, erläutert Centermanager Heinz Hutmacher Details der bevorstehenden Fassadenauffrischung: „Die an der Schloßstraße gelegenen Türme eins und acht werden ab Frühjahr 2006 ebenfalls rot angestrahlt.“

Wichtig war den Planern aber, dass das Forum Steglitz nach der Verjüngung immer noch gut zu erkennen ist. „Das Gebäude wird zeitgemäßer, bunter und sauberer, aber die robuste und kantige Bauhausform wollen wir beibehalten“, betont der Centermanager.

Für die Identität des Bezirks spielt das Forum eine zentrale Rolle. „Wer an Steglitz denkt, der denkt an den berühmten Bierpinsel und den Steglitzer Rathausturm – und er denkt auch an die charakteristische Architektur des Forum Steglitz.“

Die Investoren erhoffen sich vom Umbau, der eine Vergrößerung der Verkaufsfläche um 6.000 auf insgesamt 32.000 Quadratmeter einschließt, einen starken Impuls für die Schloßstraße, die in Berlin zur zweitwichtigsten Einkaufsstraße zählt.

Im Forum Steglitz soll Einkaufen wieder Spaß machen. Darauf zielt der attraktive Branchenmix als auch das modernisierte Ambiente des Centerinnenlebens ab.

„Das Forum wird im Inneren sehr klar in der Optik sein und viel mehr Transparenz bieten“, sagt Heiner Hutmacher. Die ausladenden Rolltreppen werden ab 2006 von neuen Rolltreppenanbindungen aus Edelstahl ersetzt. Dadurch wird die Dynamik des Hauses verbessert und mehr Tageslicht ins Center gelangen. Vor allem das Lichtkonzept ist ein entscheidender Baustein des Umbaus. Dadurch soll eine einladend freundliche Atmosphäre entstehen, in der sich die Besucher wohlfühlen.

Die Aufwertung der Schloßstraße „Nummer 1“ unterstützen nicht zuletzt die edlen und warmen Materialien. Die Handläufe werden im gesamten Einkaufscenter aus edlem Kirschbaumholz gefertigt. Die Besucher werden über Natursteinböden aus zartgelbem Jura flanieren und Decken in hellen, fröhlichen Farben ihre Stimmung beflügeln. „Als das Gebäude in den siebziger Jahren entstand, waren die Bedürfnisse eben noch andere“, erläutert der Centermanager die Beweggründe für die jetzige Modernisierung. „Damals wünschte man sich eine eher dunkle, geheimnisvolle Architektur. Aber wer weiß heute, was wir uns in 30 Jahren wünschen“, meint Heiner Hutmacher. „Im Moment liegen die Wünsche aber ganz klar bei einer lichten und transparenten Architektur – das setzen wir nun erfolgreich um.“

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar